7.11.2019 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Pflanzenschutzmittel
Wasserversorger verlangen Klarheit
Ein Zusammenschluss von rund 60 Wasserversorgungsunternehmen fordert vom Bund bisher unveröffentlichte Angaben zu zugelassenen Pestiziden und deren Abbauprodukten. Ausserdem fordert die Organisation ein sofortiges Chlorothalonil-Verbot.

Die verbreitete Grundwasserbelastung durch Rückstände des Fungizids Chlorothalonil habe erneut aufgezeigt, dass das Schweizer Grund- und Trinkwasser nicht umfassend geschützt und überwacht sei, schreibt die Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) in einer Medienmitteilung. 

«Dass unser Trinkwasser ungenügend gegen Problemstoffe aus der Landwirtschaft geschützt ist, haben wir leider wiederholt und in grossem Ausmass erfahren müssen», sagt AWBR-Präsident Roman Wiget. «Wir haben deshalb Bundesrat Guy Parmelin und das Bundesamt für Landwirtschaft aufgefordert, eine detaillierte Stoffliste zu veröffentlichen und zu den immer noch unerfüllten Forderungen unserer Branche Stellung zu nehmen», so Wiget weiter in der Mitteilung.

Die Forderungen des AWBR umfassen neben der Stoffliste (unter anderem inkl. Messverfahren) ein sofortiges Verbot von Chlorothalonil, die Kompensation von Sanierungs- und Aufbereitungsmassnahmen wegen Chlorothalonil-Rückständen sowie eine Verschärfung des PSM-Zulassungsverfahrens. «Die gegenwärtige Intransparenz der Pestizidzulassung erlaubt uns Wasserversorgern kaum, unserem Versorgungsauftrag gerecht zu werden», so Wiget. «Niemand hat die Chlorotholanil- und Chloridazon-Belastungen kommen sehen, obgleich die entsprechenden Risikoabschätzungen im Rahmen der Zulassung hätten abgeklärt werden müssen», fährt er fort.

Die Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) ist ein Zusammenschluss von über 60 Wasserversorgungsunternehmen, welche im Einzugsgebiet der Aare und des Oberrheins täglich mehr als 10 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgen.

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