20.06.2019 18:41
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Schweden
So reduziert Schweden Pestizide
In Schweden wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird besteuert. Je schädlicher ein Mittel ist, desto höher die Steuer. Durch die Abgabe hat der Einsatz deutlich abgenommen.

Seit sechs Jahren gibt es im skandinavischen Land eine Pestizidsteuer. Sie zielt auf die Schädlichkeit der Mittel.  Insektizide zum Beispiel werden mit 35 Prozent besteuert, Herbizide mit 25 Prozent, berichtet Radio SRF 4. Die Nutzung von weniger schädlichen Pflanzenschutzmitteln lohnt sich für die Bauern finanziell.

Bei der Einführung gab es Einwände der Landwirtschaftsverbände. Gemäss SRF-Korrespondent Bruno Kaufmann zeigt die Steuer Wirkung. Der Verbrauch von den gefährlichsten Pestiziden hat abgenommen. Der Einsatz dieser Mittel wurde gemäss Schätzungen um etwa ein Drittel bis zur Hälfte reduziert.

Geholfen hat den Bauern, dass die Nachfrage in Schweden nach Bioprodukten zugenommen hat. Bei den Konsumenten wird damit geworben, dass die einheimischen Produkte weniger belastet sind als die Importware aus Mittel- und Südeuropa. Beim Ertrag haben sich gemäss SRF keine grossen Einbrüche eingestellt. «Das liegt einerseits daran, dass man neue Techniken eingesetzt und die Landwirtschaft effizienter gestaltet hat», sagt Kaufmann. Und andererseits hat die Nachfrage zugenommen. Schwedische Nahrungsmittel haben auch in anderen EU-Ländern Käufer gefunden. 

Im Laden wurden die Lebensmittel durch die Pestizidsteuer nicht teurer. Das hat mit der Öffnung des Agrarsektors zu tun. «Seit 25 Jahren herrscht eine grössere Konkurrenz und weniger Preiskontrollen», sagt der SRF-Korrespondent. Das habe dazu geführt, dass Schwedens Landwirtschaft konkurrenzfähiger werden musste. 

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