25.06.2019 09:42
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Pflanzenschutzprojekt: 60% machen mit
Das Berner Pflanzenschutzprojekt ist weiter auf Kurs. 2019 beteiligen sich 3412 Landwirtschaftsbetriebe, 212 mehr als im Vorjahr. Mit zehn verschiedenen Massnahmen reduzieren sie die negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln oder setzen teilweise keine mehr ein.

2017 startete der Kanton Bern das Pflanzenschutzprojekt. Dieses ist auf 6 Jahre ausgelegt. Im dritten Projektjahr haben sich 212 Betriebe neu angemeldet, insgesamt machen 3412 Betriebe beim Projekt mit. Auf Berner Hoheitsgebiet gibt es insgesamt 5500 Betriebe, die in den vier Sparten Acker-, Gemüse-, Obst- und Rebbau tätig sind. Rund 60 Prozent der Betriebe nehmen damit am Pflanzenschutzprojekt teil.

18'700 ha ohne Glyphosat

Die teilnehmenden Betriebe setzen auf 28'558 Hektaren Massnahmen um, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln optimieren und damit die Umweltrisiken – insbesondere für Gewässer – reduzieren. Das sind nicht weniger als 6'858 Hektaren mehr als 2018.

Eine der Massnahmen ist «Herbizidverzicht im Ackerbau». Hier haben sich gemäss Angaben des Kantons deutlich mehr Betriebe (+52 Prozent) angemeldet. Auf 18‘700 Hektaren (+700 ha gegenüber 2018) wurde das Totalherbizid Glyphosat nicht eingesetzt.

6,8 Millionen Franken

Bei der Massnahme «reduzierter Fungizid-/Insektizideinsatz» nahm die Anzahl teilnehmender Betrieb um 24 Prozent zu. Auf 3400 Hektaren werden Fungizide und Insektizide nur reduziert eingesetzt. Querstreifen am Feldrand verhindern, dass Pflanzenschutzmittel über Strassen und Feldwege in Schächte oder Oberflächengewässer gelangen.

Neu informieren teilnehmende Landwirtinnen und Landwirte in diesem Jahr mittels Informationstafeln über das Berner Pflanzenschutzprojekt. Auf den Tafeln werden vier Massnahmen beschrieben und erklärt.

Den Landwirtschaftsbetrieben werden 2019 insgesamt 6,8 Millionen Franken für die angemeldeten Massnahmen ausbezahlt. «Damit werden die Betriebe für die zusätzlichen Arbeitsaufwände und die Risiken abgegolten. Die hohe Beteiligung am Projekt stimmt mit den Projektzielen und den budgetierten Mitteln überein.», schreibt der Kanton Bern am Dienstag. 

-> Mehr zum Projekt gibts hier

Das Berner Pflanzenschutzprojekt soll die Landwirtschaft beim effizienten und umweltschonenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterstützen. Das Ziel des sechsjährigen Projekts (2017 bis 2022) ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zu optimieren und damit die Umweltrisiken – insbesondere in Gewässern – ohne massgebliche Beeinträchtigung des Produktionsvolumens zu reduzieren.

Das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern bildet zusammen mit dem Berner Bauern Verband die Projektträgerschaft. Das Bundesamt für Landwirtschaft übernimmt 80 Prozent der gesamten Projektkosten von 62,7 Millionen Franken. Der Kanton Bern wird über sechs Jahre 10,6 Millionen Franken beisteuern, was rund 17 Prozent der Gesamtkosten entspricht.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE