31.03.2017 15:57
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Pflanzenschutzprojekt: 2600 machen mit
Rund 2'600 Berner Landwirtschaftsbetriebe haben sich für das Pflanzenschutzprojekt angemeldet. In rund 4'900 Fällen wird auf den Einsatz von Herbiziden oder Insektiziden verzichtet. Der Kanton wertet die Beteiligung als Erfolg.

Ziel des Projektes ist es, die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Gewässer zu reduzieren. Rund ein Viertel der Berner Bauernbetriebe haben sich insgesamt für 4'900 Massnahmen angemeldet, schreibt der Kanton Bern am Freitag in einem Communiqué. «Insgesamt stimmt das Interesse der Landwirtschaft an einer Teilnahme am Projekt gut mit den Prognosen und somit auch den verfügbaren öffentlichen Mitteln zur Leistungsabgeltung überein», hält der Kanton weiter fest.

Reges Interesse hat der Verzicht von Totalherbiziden in Ackerbaukulturen wie Mais, Rüben, Kartoffeln und Sommergetreide geweckt. Knapp 1900 Bauern werden auf insgesamt 9'500 Hektaren auf Glyphosat verzichten.  Das entspricht knapp 50 Prozent der geschätzten Anbaufläche von Frühjahrskulturen.

Auch das Ausbringen von Nützlingen gegen den Maiszünsler wird oft angewendet. Die Trichogramm-Schlupfwespen, ein natürlicher Gegenspieler des Maiszünslers, wird von 1'300 Betrieben auf einer Fläche von 1300 Hektaren eingesetzt. Das entspricht 40 Prozent der bernischen Maisfläche.

Grösser als angenommen ist das Interesse bei den Spezialkulturen wie Obst, Reben oder Beeren. Mit verschiedenen Massnahmen wie beispielsweise dem Einsatz von Schutznetzen gegen Insekten oder der Bekämpfung von Schadinsekten mit Hilfe von Duftstoffen (Verwirrungstechnik) wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert.

Unter den Erwartungen blieben die Anmeldungen bei Massnahmen für den Verzicht auf spezifische Herbizide im Ackerbau und das Erstellen von begrünten Querstreifen am Feldrand. Querstreifen verhindern, dass Pflanzenschutzmittel abgeschwemmt werden. Der Kanton will die Anzahl Anmeldungen mit verschiedenen Massnahmen erhöhen.

Projekt

Im vergangene Jahr hat der Kanton Bern zusammen mit dem Berner Bauernverband und dem Bundesamt für Landwirtschaft ein Projekt zur «Verminderung von Nebenwirkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln» lanciert. Ziel ist, vor allem die Auswirkungen auf die Gewässer zu reduzieren. Die Kosten für das sechs Jahre dauernde Projekt betragen insgesamt 63 Millionen Franken. Davon trägt der Bund 80 Prozent (50,1 Mio. Fr.) und der Kanton Bern 17 Prozent (10.6 Mio. Fr.).

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