8.04.2019 17:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Pflanzenschutz
Neonicotinoide: Bio Suisse will Verbot
Eine von der Universität Neuenburg veröffentlichte Studie sorgte am Wochenende für viel Resonanz. In Bio-Äcker wurden Spuren von Neonicotinoiden gefunden. Nun fordert Bio Suisse ein Verbot dieser Insektizide.

Zwei Forscher analysierten im Sommer 2015 702 Pflanzen- und Bodenproben von 62 Bauernhöfen auf Neonicotinoide und publizierten ihre Arbeit im Fachmagazin «Applied Ecology». Die Forscher untersuchten konventionelle Betriebe, Höfe mit integrierter Produktion (IP) und Bio-Betriebe.

Böden und Ernteprodukten von 20 Bio-Betrieben wurden Spuren von Neonicotinoiden gefunden, teilt Bio Suisse mit. «Die in Bio-Feldern gefundenen Mengen liegen im Bereich von Milliardstel Gramm pro Kilogramm. In den untersuchten Bio-Ernteprodukten sind die gefundenen Verunreinigungen 100 Mal geringer als der Interventionswert, ab dem die Behörden Massnahmen ergreifen», stellt Bio Suisse klar.

Im Biolandbau ist der Einsatz von Neonicotinoiden verboten. «Die Ursache der Kontamination ist vermutlich Abdrift von konventionellen Feldern über die Luft und das Wasser», schreibt Bio Suisse. In 14 von 16 Proben von Bio-Saatgut wurden Neonicotinoide gefunden. Forscher gehen von Verunreinigungen in den Produktions- und Transportanlagen aus. Auch auf über 80 Prozent der Böden und Pflanzen von ökologischen Ausgleichsflächen haben die Forscher Spuren von Neonicotinoiden gefunden.

«Die allgegenwärtige Verbreitung der für Bienen und andere Nützlinge schädlichen Neonicotinoide ist besorgniserregend», warnt Bio Suisse. Die Dachorganisation der Schweizer Biobauern hat drei Forderungen:

  • Bio Suisse verlangt ein Verbot aller Neonicotinoide und einen ambitionierten Aktionsplan, der die Schweizer Landwirtschaft aus der Abhängigkeit von Pestiziden führt.

  • Der Biolandbau ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Die ökologische Landwirtschaft verwendet keine chemisch-synthetischen Pestizide, ist aber immer wieder mit. Der Biolandbau muss stärker unterstützt werden, für die ökologischen Leistungen sowie in Forschung und Beratung.

  • Bio Suisse fordert eine verstärkte Risikobewertung, wie sie die vorliegende Studie macht. Die Ausbreitungswege über Luft und Wasser sind im Bewilligungsverfahren realitätsnäher zu berücksichtigen.

 

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