24.10.2016 17:08
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Pflanzenschutzmittel
Hohe Lenkungsabgaben wären nötig
Viele Staaten suchen nach Massnahmen, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) oder der damit verbundenen Risiken zu reduzieren. Auch Steuern oder Abgaben werden gefordert. Dabei ist insbesondere die Preiselastizität der Nachfrage nach PSM von Interesse, welche angibt, um wie viel Prozent sich die Nachfrage bei einer einprozentigen Erhöhung des Preises verändert.

Eine Studie der ETH Zürich ist zum Schluss gekommen, dass eine  Preiserhöhung um 10% zu einer Reduktion des PSM-Einsatzes von 2,8% führen würde. Damit müssten  die Abgaben für PSM sehr hoch sein, um relevante Mengenreduktionen zu realisieren. Die Forscher konnten zudem zeigen, dass die Nachfrage nach PSM in Spezialkulturen signifikant unelastischer ist als im Ackerbau. Dies, weil in Spezialkulturen Qualitätsaspekte häufig wichtiger und die Produkte wirtschaftlich wertvoller sind als im Ackerbau.

Eine Preiserhöhung würde laut Studie zu grösseren Mengenreduktionen bei Herbiziden als bei anderen PSM führen. Dafür würde wohl der Boden intensiver bearbeitet werden. Jüngere Analysen zeigen generell eine kleinere Preiselastizität für PSM. Dies, weil in modernen Agrarsystemen der Pflanzenschutz immer wichtiger wird. Die Forscher betonen auch, dass die Wirkung von Lenkungsabgaben langfristig beurteilt werden müsste, weil sich die Anbausysteme nur über Jahre verändern. 

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