27.05.2013 18:08
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Droht dem Weizen Gefahr durch eine Gerstenkrankheit?
Sprenkelnekrosen machen seit den frühen 90-er Jahren der Gerste zu schaffen. Diese Blattflecken werden durch den Erreger Ramularia collo-cygni hervorgerufen. Im vergangenen Sommer wurde der Pilz erstmals auch auf Blättern von verschiedenen Sommerweizensorten nachgewiesen.

Getreideproduzenten dürften Sprenkelnekrosen seit längerem ein Begriff sein. Seit 1990 breiten sich diese stetig aus. Heute träten die durch den Pilz hervorgerufenen Blattflecken massiv auf, schreibt die Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) am Montag in einem Communiqué. Ein starker Befall führt zu erheblichen, qualitativen und quantitativen Einbussen. Seit 2001 kann der Pilz mit einem entsprechenden Fungizid bekämpft werden.

Test entwickelt

Im vergangenen Sommer stellten die Forscher der ACW nun die Sprenkelnekrose auch auf verschiedenen Sommerweizen-Sortenin Nyon und Goumoëns fest. Laboruntersuchungen haben den Verdacht bestätigt. Das Übertragen des Pilzes von der Gerste auf den Weizen nahm die Forschungsanstalt zum Anlass, eine Studie über die Verbreitung des Pilzes zu starten.

Im Labor wurde der Pilz von befallenen Weizenblättern isoliert und auf künstlichen Nährboden vermehrt. Anschliessend wurden Sommerweizen und –Gersten-Sorten infiziert. Wie auf dem Feld sind dieselben Flecken beobachtet worden. Alle getesteten Pilzstämme waren auf allen Wirtspflanzen, Weizen und Gerste, virulent.

Auch über Korn übertragbar?

Gemäss ACW könne der Pilz in der ganzen Pflanze vorhanden sein. „Es bleibt nun noch zu klären, ob er auch über das Korn und somit über das Saatgut verbreitet werden kann, wie dies bei der Gerste der Fall ist“, betonen die Forscher. Dies würde eine weitere Gefahr bedeuten, besonders für den biologischen Weizenanbau, wo die Möglichkeit einer Bekämpfung sehr beschränkt ist.

„Der molekulare DNA-Test erlaubte auch den Beweis, dass nicht alle Sprenkelnekrosen auf den Pilz Ramularia collo-cygni zurückzuführen sind“, heisst es weiter. Die Symptome können auch physiologischen Ursprungs sein. Auch Stresssituationen wie sehr starke Sonnenstrahlung oder Wassermangel, die zum vorzeitigen Absterben der Blattzellen führen und nekrotische Blattflecken zur Folge haben. „Es ist also unerlässlich, den Pilz besser zu kennen um dadurch auch die Pflanzenschutzmittel optimal einzusetzen“, hebt die ACW hervor.

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