9.03.2016 16:39
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
BE: Pflanzenschutzprojekt soll Risiken reduzieren
Das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern (Lanat) und der Berner Bauerverband haben zusammen ein Projekt zur Verminderung von Nebenwirkungen beim Pflanzenschutzmitteleinsatz lanciert. Ziel ist es, die Belastung in Gewässern zu reduzieren. Der Grosse Rat muss dazu einen Kredit sprechen.

Untersuchungen hätten gezeigt, dass Gewässer mit Pflanzenschutzmitteln belastet seien und während der Vegetationszeit die Anforderungen der Gewässerschutzgesetzgebung oft nicht mehr erfüllt seien, schreibt die Berner Regierung in einer Mitteilung. Die Folge sei eine Gefährdung der biologischen Qualität von Seen, Flüssen und Bächen.

Mit dem Projekt sollen die Bauern beim „effizienten und umweltschonenden“ Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterstützt werden. Das Ziel des auf sechs Jahre angelegten Projekts (2017 bis 2022) ist es, den Einsatz zu optimieren und die Umweltrisiken zu reduzieren. Das Produktionsvolumen soll aber nicht „massgeblich“ beeinträchtigt werden. Das Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern bildet zusammen mit dem Berner Bauern Verband die Projektträgerschaft.

Die Teilnahme für die Landwirtschaftsbetriebe ist freiwillig. Massnahmen werden im gesamten Kantonsgebiet angeboten, der Fokus liegt auf dem Ackerbau und bei Spezialkulturen wie Obst und Reben. Es sind Massnahmen vier Bereichen vorgesehen:

• Herbizideinsatz
• Fungizid- und Insektizideinsatz
• Oberflächliche Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln
• Investitionen in Reinigungssysteme von Feldspritzen und Waschplätzen

Die Massnahmen sollen bei Aus- und Weiterbildungsanlässen vermittelt werden. Die Informationsvermittlung und die Vernetzung der involvierten Landwirtschaftsbetriebe, des Berner Bauern Verbandes und der Verwaltung sind Pfeiler dieses Projekts. „Der umweltgerechte Pflanzenschutz soll in den sechs Projektjahren ein zentrales und aktiv begleitetes Thema in der Berner Landwirtschaft sein“, hält die Regierung fest.

Die Projektkosten belaufen sich auf insgesamt 62,7 Millionen Franken. Der Bund übernimmt knapp 80 Prozent davon. Der Kanton Bern soll 10,6 Millionen (17 Prozent) beisteuern. Der Regierungsrat beantragt deshalb dem Grossen Rat einen Kredit in der oben genannten Höhe.

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