20.06.2016 10:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
Atrazin-Beschränkung: Bauern beunruhigt
Überlegungen der US-Umweltschutzbehörde (EPA), den Einsatz des Herbizids Atrazin zum Schutz von Pflanzen und Tieren zu beschränken, haben unter den Landwirten für erhebliche Unruhe gesorgt.

Der Präsident der Maisanbauervereinigung in den USA (NCGA), Chip Bowling, warnte vergangene Woche davor, dass die Pläne der Umweltschutzbehörde einem faktischen Verbot des Mittels in den meisten landwirtschaftlichen Regionen des Landes gleichkämen. Damit entziehe man den Ackerbauern ein seit langem bewährtes und sicheres Werkzeug zum Erntemanagement, was die landwirtschaftliche Praxis um Jahrzehnte zurückwerfen werde.

Bowling wies darauf hin, dass Atrazin unentbehrlich bei der Bekämpfung resistenter Unkräuter sei. Ohne das Mittel müssten die Landwirte wieder zur wendenden Bodenbearbeitung greifen, um die Unkräuter unter Kontrolle zu halten. Dies werde verbreitet zu einer vermehrten Bodenerosion und zusätzlichen Nährstoffverlusten führen, so der Präsident der NCGA.

Medienberichten zufolge will die US-Umweltschutzbehörde den Einsatz des in der EU bereits länger verbotenen Wirkstoffs auf 8 Unzen/acre (561 g/ha) absenken, üblich sei jedoch etwa die vierfache Menge. Insgesamt liege der jährliche Verbrauch in den USA bei rund 32'000 t, wobei etwa 90% des Mittels im Maisanbau angewendet würden.

Eine endgültige Entscheidung zur Reglementierung des Atrazin-Einsatzes will die Behörde im nächsten Jahr treffen. Vorerst haben die US-Farmer bis Anfang August Gelegenheit, offiziell Stellung zu dem Vorschlag zu beziehen.

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