6.04.2020 17:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sum/blu
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Wann beginnen Sie zu silieren?
Das wüchsige Wetter hat das Gras in den vergangenen Wochen kräftig spriessen lassen. In einigen Gebieten wird das Silieren in Bälde starten. Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie bereits mit dem Silieren begonnen? Oder wann starten Sie? Abstimmen und mitdiskutieren

Nach den frostigen Nächten und der zügigen Bise in der vergangenen Woche hat sich das Wetter geändert. Der Frühling hat so richtig Einzug gehalten.

Vor dem Mähen Sonne tanken

Das warme und sonnige Wetter hat das Gras kräftig wachsen lassen. In den nächsten Wochen und Tagen werden deshalb in den tiefen Lagen die ersten Parzellen siliert werden. Teilweise ist der erste Schnitt bereits erfolgt.   

Der erste Schnitt erfolgt im Stadium Beginn Rispenschieben der Gräser beziehungsweise in der Vollblüte von Löwenzahn. Die folgenden Schnitte sind danach im Abstand von vier bis fünf Wochen zu silieren.

Am Abend mähen

Es gilt folgenden zu beachten: Einerseits sollte das Gras vor dem Mähen Sonne tanken können. Andererseits sollte, wenn der Löwenzahn blüht, nicht während des Bienenflugs gemäht werden. 

Im Optimalfall wird das Mähwerk deshalb in den Abendstunden angehängt. Die Schnitthöhe (Mähtiefe 5 bis 7cm über Boden) und die Maschineneinstellungen beim Weiterbearbeiten sind entscheidend, um die Verschmutzung des Futters zu reduzieren.

Anwelkgrad

Der optimale Anwelkgrad liegt zwischen 35 und 45 Prozent Trockensubstanz (TS). Mit dem Anwelken des Futters werden die Lebensbedingungen für die Milchsäurebakterien verbessert und die der Gärschädlinge verschlechtert, indem der Zuckergehalt quasi konzentriert wird. Da die Milchsäurebakterien den Zucke vergären, sollte der Zuckergehalt im Siliergut  bei mindestens 6 Prozent in der Trockenmasse liegen.  

Enthält das Futter zu wenig Zucker, verhungern die Milchsäurebakterien, bevor das Gras genug angesäuert wurde. Der pH-Wert bleibt hoch, das Nachgärrisiko steigt.

Genügend Vorschub

Silos sollten frühestens vier bis sechs Wochen nach dem Einsilieren geöffnet werden, wenn die Gärung abgeschlossen ist. Die Entnahmeschicht im Hochsilo mit Silofräse sollte im Sommer mindestens 10 bis 20cm betragen, sonst drohen Nachgärungen.

Vorsicht Bienen

Das Mähen einer blühenden Wiese kann bis zu 90'000 Honigbienen pro Hektare töten. Wiesen mit Löwenzahn  sollten abends nach dem Bienenflug gemäht werden, blumenreiche Wiesen ohne Aufbereiter und Wiesen mit blühendem Weissklee nur mit Aufbereiter, wenn weniger als eine Biene pro 2m2 fliegt.

Das Onlineportal agrarheute.com hat zudem eine Checkliste bezüglich der Vorbereitung der Maschinen verfasst. Folgende Punkte sollten beachtet werden. 

  • Mähwerk: Klingen kontrollieren, bei Bedarf austauschen. Die optimale Schnitthöhe wird in der Werkstatt grob voreingestellt. Beim Mähen erfolgt anschliessend eine Nachkontrolle und die Feinjustierung.
  • Zettwender: Sind die Zinken vollständig vorhanden und ohne Beschädigung? Stark abgenutzte Zinken oder solche mit erkennbaren Sollbruchstellen ersetzen. Das Arbeitsgerät ist auf «Zetten» einstellt: steiler Winkel für eine gleichmässig locker abgelegte Futtermatte bei hohem Ertrag. Zum ersten Zetten eher langsamer fahren ca. 6 km/h und mit 400 U/in an der Zapfwelle.
  • Schwader: Zinkenkontrolle wie beim Zettwender. Die Schwaderkreisel neigen sich leicht zum Schwadtuch und arbeiten dort im Leerlauf etwas tiefer. Generell sollten die Zinken immer über dem Boden laufen.

Handarbeit

Um den TS-Gehalt des Grases auf dem Feld zu bestimmen, nimmt man mit beiden Händen eine Futterprobe und wringt sie ohne nachzufassen einmal kräftig. Die Hände sollten noch feucht sein. Sind die Hände nass oder tritt Saft aus, liegt der TS-Gehalt unter 30%. Bei trockenen Händen hat die Silage über 45% TS.

Ist bei Ihnen der erste Schnitt bereist erfolgt? Oder werden Sie diese Woche mähen oder erst nach Ostern? Abstimmen und mitdiskutieren

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