5.10.2017 07:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Leguminosen
«Swiss Green Protein» statt Soja
«Swiss Green Protein» sind Raufutter-Pellets aus Klee-Luzerne-Mischungen. Sie enthalten 18 bis 20 Prozent Protein und sollen importierte Soja ersetzen. Für Bio Suisse ist die Produktion ein Schritt in die richtige Richtung.

Letzte Woche wurde in Tänikon TG der Verein «IG Eiweissfutter aus einheimischen Leguminosen» gegründet. Gründungsmitglied und Mit-Initiator Andy Vogel-Kappeler, Landwirt aus Wäldi TG: «Mit einer Hektare Kunstwiese kann man pro Jahr mehr Eiweiss produzieren als mit einer Hektare Soja. Das Potenzial wollen wir nutzen. Es ist noch lange nicht ausgeschöpft.»

Rohproteingehalt von 18 bis 20 Prozent

Seit einigen Jahren produzieren Vogel und andere Bauern vorwiegend in der Ostschweiz Bio-Raufutterpellets mit dem Label «Swiss Green Protein». Im Optimalfall ist ein Ertrag von 10t Würfel pro ha und Jahr möglich. Die Pellets kosten 65 Franken/100kg und haben einen Rohproteingehalt von 18 bis 20 Prozent. Sie eignen sich vorwiegend für Wiederkäuer. «Abnehmer sind Milchvieh- und Milchschafbetriebe, die den Kraftfuttereinsatz senken wollen», weiss Vogel. «Noch ist der Proteinanteil für Schweine und Gefügel zu tief. Ziel ist aber, dass künftig Nicht-Wiederkäuer die Pellets fressen werden.»

Das Saatgut beziehen die Vereinsmitglieder von Hauenstein Samen. Drei Mischungen, jeweils mit Luzerne, Weiss- und Mattenklee, stehen zur Verfügung. «Bei der graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF) gilt ‹Swiss Green Protein› nicht als Kraftfutter. Wir setzen uns dafür ein, dass es auch bei der Produktion von Heu- oder Wiesenmilch keinen Einschränkungen unterliegt.»

Bio Suisse unterstützt IG

Mit der Gründung des Vereins habe man die nötigen Strukturen geschaffen, um solche Anliegen vertreten zu können. Zudem wolle man schweizweit tätig werden: «Es macht keinen Sinn, Graswürfel vom Thurgau ins Wallis zu liefern.» Für Urs Brändli, Präsident von Bio Suisse, macht die Produktion von «Swiss Green Protein» Sinn: «Wir müssen den Inlandanteil von Eiweissfutter klar erhöhen, um unserem Anspruch an eine standortgerechte Produktion gerecht werden zu können.»

Die Konsumenten würden zunehmend erwarten, dass Schweizer Nutztiere Schweizer Futter fressen würden. Und höhere Milchleistungen liessen sich eher rechtfertigen, wenn das Eiweissfutter von Kunstwiesen stamme – sie sind in einer Fruchtfolge unerlässlich – als bei der Verfütterung von Sojaschrot. «Bio Suisse begrüsst Initiativen, die das Angebot an Eiweissfutter-Komponenten aus dem Inland erhöhen. Deshalb haben wir die IG auch finanziell unterstützt.»

 

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