17.05.2018 08:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Mais
Mais: Knappste Versorgung seit 1974
Die weltweite Versorgungslage mit Mais könnte im kommenden Wirtschaftsjahr die knappste seit fast 50 Jahren sein. So prognostiziert das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) in seinem Bericht von vergangener Woche für 2018/19 eine Abstockung der globalen Maisbestände im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt um 35,7 Mio. t oder 18,3% auf 159,1 Mio. t.

Diese Mengewürde ausreichen, um den für die kommende Saison erwarteten Maisverbrauch von etwa 1'092 Mio t rund 53 Tage lang zu decken. US Börsenmakler wiesen darauf hin, dass dies die knappste Versorgungslage seit 1973/74 wäre.

Für 2017/18 ergibt sich eine Versorgungsspanne von immerhin noch 66 Tagen. Wie die Washingtoner Experten mit Blick auf die weltweite Maisnachfrage 2018/19 ausführen, soll diese um 2,1% grösser als in der laufenden Saison ausfallen. Diese Einschätzung wird mit einem voraussichtlich steigenden Futterbedarf in Südostasien und Südamerika begründet. Ausserdem erwartet das USDA in seiner ersten Projektion für 2018/19 eine globale Maisernte von 1 056,1 Mio, t, was im Vorjahresvergleich ein Zuwachs um 1,9% wäre. Trotzdem würde die Erzeugung damit zum zweiten Mal in Folge hinter dem Verbrauch zurückbleiben.

US-Börsenmakler zeigten sich überrascht, dass die Maisfutures in Chicago auf diese „bullische“ Datenlage nicht reagierten. In Chicago kostete der Scheffel Mais zur Abrechnung im Dezember 2018 vergangene Woche 4,19 $/bu (164 Fr./t). Das waren 0,2% weniger als der Eröffnungskurs vom Donnerstag, also vor der Veröffentlichung des USDA-Berichts. Unterdessen rechnen die professionellen Anleger an der Terminbörse aber mit einer Fortsetzung des im Januar gestarteten Aufwärtstrends der Maisfutureskurse. Zuletzt bauten die Fonds ihre Netto-Long-Position - also ihre „Wetten“ auf steigende Kurse - auf recht hohem Niveau aus.

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