10.03.2019 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Futterbau
Im Frühling Fitnesskur für die Wiesen
Durch das Striegeln der Wiesen früh im Frühling werden Mäusehaufen eingeebnet, verfilzte Bestände geöffnet, und die Bestockung wird angeregt. Ähnliche Effekte hat das Überweiden. Jetzt ist auch Zeit für eine Übersaat.

Die Vegetation erwacht. Damit kommt  die Zeit, um   Wiesen und Weiden in Form zu bringen. Das ist durch verschiedene Massnahmen möglich, die einzeln oder in Kombination für einen schönen Futteraufwuchs und für gut bewirtschaftbare Flächen sorgen.

Mäusehaufen einebnen

Die Überfahrt mit der Wiesenegge bietet sich an, wenn viele Mäusehaufen vorhanden sind oder wenn der Bestand verfilzt ist. Mit der Wiesenegge werden die Haufen eingeebnet, was später die Verschmutzung des Futters beim Mähen, Zetten oder Schwaden minimiert. Ein Wiesenstriegel kann   helfen, die alte Güllekruste zu lösen. Aber nicht nur das, hauptsächlich werden beim Striegeln Unkräuter wie der Fadenförmige Ehrenpreis oder das Gemeine Rispengras zurückgedrängt. Filzige Bestände  werden aufgerissen, und  die Bestockung der wertvollen Futtergräser wird  gefördert. Das Resultat ist eine dichtere Grasnarbe – was wiederum Unkräuter wie die Blacke an der Keimung hindert.

Zu Vegetationsbeginn ist der beste Zeitpunkt für das Eggen, wenn feuchtwarmes, wüchsiges Wetter folgt, damit die gelockerten Pflanzen rasch wieder anwachsen können. Wenn das Eggen mit einer Übersaat kombiniert wird, kann die Behandlung auch früher erfolgen.

Aber Achtung: Die Wiesenegge kann – falls nicht gezielt eingesetzt –   einen negativen Einfluss auf die Bestandeslenkung haben.  So darf die Egge auf Wiesen und Weiden mit offenem, lockeren Boden  nicht eingesetzt werden. Die Behandlung sollte ausserdem nicht auf einem zu trockenen Boden oder nach einem strengen Frost erfolgen. In wenig intensiven oder extensiven Wiesen ist das Eggen   zu unterlassen. Dort erzielt man mit einer Walze die besseren Resultate.

Das Walzen eignet sich am besten in organischen Böden oder in Böden, die zu Lockerheit neigen. Die Walze drückt die gelockerten Pflanzen an und gleicht Trittschäden, Mäusehaufen sowie kleinere Bodenunebenheiten aus. Sie minimiert beim Mähen wie der Striegel die Verschmutzung von Mähwerk und Futter.

Flächen überweiden

Eine Alternative zum Abschleppen oder Walzen der Wiesen  ist die  Frühlingsweide, also eine kurze und grossflächige Überweidung der gesamten Futterfläche. Sie erfolgt, wenn erst wenig Futter gewachsen ist. Das Überweiden fördert die Bestockung der Gräser, führt zu einer dichten Grasnarbe, hemmt gewisse Unkräuter und verringert den Futterberg im Mai. Durch Tritt und Biss werden  gute  Weidegräser wie das Englische Raigras gefördert.

Nur wenige Stunden

Es ist für die Fläche und für die Kühe vorteilhaft, wenn die Weidedauer in den ersten Tagen auf wenige Stunden begrenzt ist. Der noch junge Aufwuchs soll nicht übernutzt werden, und die Kühe müssen sich erst ans  Grünfutter gewöhnen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE