9.04.2019 09:50
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Fütterung
Auf Kurzrasenweide 6 bis 7cm
Die Weidefläche muss im Verlauf des Frühlings dem Graswachstum angepasst werden. So lässt sich ein Futterberg umgehen.

Überall sieht man nun in tiefen Lagen Kühe auf der Weide. Doch wie soll man die Weidefläche bemessen? Klar ist, dass das Hauptwachstum noch nicht eingesetzt hat.

Die Grashöhe messen

Wenn an einem warmen Frühlingstag bis zu 120kg Trockensubstanz Gras pro Hektare wachsen und eine Kuh bei Vollweide rund 16kg braucht, genügt eine Weidefläche von nicht einmal 15 Aren pro Kuh. Derzeit braucht es noch deutlich mehr, denn Bise und Trockenheit haben das Gras  gebremst. Als Mass für die richtige Bemessung der Fläche dienen die Grashöhe und die Veränderung der Milchleistung.

Die Grashöhe soll auf Kurzrasenweiden 6 bis 7cm, auf Umtriebsweiden beim Auftrieb rund 15cm betragen. Mit einer guten Beobachtung oder dem Messen der Grashöhe (Doppelmeter oder Rasing-Plate-Meter) kann entschieden werden, ob im Rahmen des Umtriebes mal eine Koppel übersprungen und herauskonserviert werden soll. Das fördert das Englische Raigras und das Wiesenrispengras als trittfeste Weidegräser. Wo früh mit Weiden begonnen wird, staffelt sich der Futteranfall und ist stets weidereifes Gras vorhanden.

Futteranfall verschieben

Mit Stickstoffdüngern in Form von Ammonsalpeter oder gut verdünnter Gülle kann bei genügend Bodenfeuchtigkeit das Grasangebot gut gesteuert werden. Mit mässigen Stickstoffgaben lässt sich der Futteranfall im Mai vermindern und bis zu einem gewissen Grad in den Sommer und Herbst verschieben. Die Wachstumsdepression im Sommer ist zudem kleiner, wenn die Bestände nicht mit Gemeiner Rispe verfilzt sind und im Frühling kurz beweidet werden. 

In der Phase des starken Graswachstums – in der Regel im Mai – schieben die Gräser ihre Halme. Bei aufeinanderfolgenden Auftrieben muss das Gras besonders gut abgefressen werden, damit die Weideverluste gering bleiben. Kühe, welche im Stall nicht verwöhnt werden, fressen wesentlich sauberer ab. Solche Koppeln müssen nicht geputzt werden. 

Naturgemäss sind Kühe mit besonders hoher Milchleistung und hohem Stallfütterungsanteil auf der Weide anspruchsvoll. Sie verlangen schmackhaftes, junges Gras. In zu grossen Koppeln selektionieren sie das Futter stark und verursachen empfindliche Weideverluste. Solche Weideresten können durch das Mähweidesystem verwertet werden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE