20.03.2018 17:50
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agroscope
Umfrage: Kann Agroscope sparen?
Agroscope, die landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundes, soll sich auf spezialisierte Forschung konzentrieren und die Betriebskosten reduzieren. Zahlreiche Stellen sind in Gefahr. Der Bauernverband schlägt Alarm. Wie beurteilen Sie die Pläne? Kann man bei Agroscope sparen? Mitdiskutieren und abstimmen

Die Forschungsanstalt Agroscope droht innert kürzester Zeit eine erneute Restrukturierungswelle. Der Bundesrat will rund 20 Prozent des Budgets von Agroscope einsparen. 

Betriebskosten um 40 Prozent senken

Den Rotstift ansetzen will der Bund bei den Betriebskosten. Diese betragen zurzeit 40 Prozent des Budgets. Eine Kürzung der Mittel führt gemäss einer Mitteilung des Bundesamts für Landwirtschaft zu einem Stellenabbau. Die Reform soll dank Fluktuationen, der für die Umsetzung vorgesehenen Zeitspanne von zehn Jahren und neuen Aktivitäten mit Geldern von Dritten sozialverträglich sein. Die Forschung soll auf den Standort Posieux FR konzentriert werden, mit verschiedenen Versuchsstationen.

Laut dem Personalverband «transfair» arbeiten heute 1000 Angestellte verteilt auf zwölf Standorte bei Agroscope. Zwischen 500 und 600 wären von der Restrukturierung betroffen. Den Entscheid bedauert Transfair «ausserordentlich». Der Zeitrahmen von zehn Jahren biete aber die Möglichkeit, für die Betroffenen faire Lösungen zu finden. Dafür will sich der Verband einsetzen.

Bauernverband spricht von Kahlschlag

Bei Agroscope wurde bereits in den vergangenen Jahren restrukturiert: Die sieben unabhängigen Institute wurden in drei Einheiten zusammengeführt und 2014 unter einem Dach vereint. Die Aufteilung auf zwölf Standorte schade der Effizienz, liess der Bundesrat bei seinem jüngsten Entscheid verlauten.

Der Schweizer Bauernverband (SBV) ist ob den Plänen der Landesregierung alarmiert. Ohne Rücksprache bei den betroffenen Kreisen wolle der Bundesrat die Agroscope zum dritten Mal innert kürzester Zeit restrukturieren, schreibt der SBV. Die Landwirtschaft stehe vor mehreren Herausforderungen – Aktionsplan Pflanzenschutz, Aktionsplan Biodiversität und Strategie Antibiotikaresistenzen – und sei auf die Forschung angewiesen. 

«Schweiz verliert Spitzenplatz»

Den Vorschlag der Landesregierung erachtet der Bauernverband als Kahlschlag. Das Ganze sei nicht durchdacht und sehr unprofessionell. Das Vorgehen sei ein Affront gegenüber den Mitarbeitenden der Forschungsanstalt. Das Vorgehen und der Plan machen den SBV fassungslos. 

«Wir werden uns für die Agroscope und die landwirtschaftliche Forschung einsetzen», macht der Bauernverband deutlich. Ein weiterer Verlust bei der landwirtschaftlichen Forschung bedrohe den Spitzenplatz der Schweiz in der nachhaltigen Produktion, warnt der SBV.

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