31.10.2016 09:06
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Roggen soll klimafest werden
Die Verbesserung der Standfestigkeit von Roggen zur Vermeidung von Lager, sowie die Erhöhung der Trockenstresstoleranz sollen stabile Erträge auch bei Klimaänderungen gewährleisten.

Diese Zuchtziele hat sich das Forschungsprojekt „Optimall - Eine Methode der Präzisionszüchtung ertragreicher Hybridsorten bei Roggen durch Optimierung der Allokation von Trockenmasse in das Korn“ gesetzt, das am Dienstag vergangener Woche vorgestellt wurde.

Noch bis Ende März 2017 arbeitet das Julius-Kühn-Institut (JKI) mit seinen Forschungspartnern an der Herstellung von Experimentalhybriden mit dem Kurzstrohgen „Dominant dwarf 1“ (Ddw1), um die Wuchshöhevon Hybridroggen genetisch zu begrenzen und damit die genannten Zuchtziele zu erreichen. Nach Angaben der Forschungsbeteiligten lassen sich als Ergebnisse des Projektes bereits ableiten, dass Ddw1 die Halmlänge bei der betreffenden Sorte um durchschnittlich 36 cm reduziert und so die Standfestigkeit erhöht wird.

Die Produktion von Brot- und Futterroggen sei somit ohne chemischeWachstumsregler möglich. Hinzu kämen weitere Vorteile wie eine verbesserte Druscheignung und reduzierte Ertrags- und Qualitätsverluste. Das Gen erhöhe ausserdem die Kornertragsleistung. So sei ein Plus von bis zu 16% auch in Stressumwelten festgestellt worden. Der neue molekulare Marker für die Einkreuzung von Ddw1 in Elitezuchtmaterial ist laut BLE und JKI bereits verfügbar.

Damit habeman die Voraussetzung für die Präzisionszüchtung von leistungsstarken Halbzwergen bei Roggen geschaffen. Das Projekt erlaube erstmals eine fundierte Einschätzung ihres Ertragspotentials auf typischen Roggenstandorten und trage dazu bei, Roggen als Brot- und Futtergetreide in der modernen Landwirtschaft wettbewerbsfähig zu halten. Auf lange Sicht liefere Optimall eine Machbarkeitsstudie für züchterische Strategien zur Sicherung der Getreideernte im Jahr 2050.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE