30.09.2020 14:51
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Insekten als Futter auf Hof züchten
Das Start-up FarmInsect hat eine Technologie entwickelt, mit der Insektenlarven als Proteinfutter gezüchtet werden können. Das von Absolventen der Technischen Universität München (TUM) gegründete Unternehmen will in wenigen Wochen eine Pilotanlage bei einem der grössten Fischzucht-Betriebe in Bayern in Betrieb nehmen.

Wie die Technische Universität München (TUM) in der vergangenen Woche berichtete, hat FarmInsect ein Verfahren auf Basis der Kreislaufwirtschaft entwickelt, mit dem regionale Reststoffe genutzt werden können, um Insektenlarven zu mästen und schliesslich zu verfüttern.

„Unser dezentrales Verfahren zur Insektenproduktion bietet die Möglichkeit, dass die Larven lebend verfüttert werden können, weil keine langen Transportwege anfallen“, erläuterte Unternehmensgründer Wolfgang Westermeier. Das stimuliere beispielsweise Geflügel, natürliche Triebe wie das Picken und Wühlen besser auszuleben und fördere so das Tierwohl. Laut TUM können die Anlagen von FarmInsect in die Infrastruktur jedes Tierzuchtbetriebs integriert werden.

„Das Schwierigste ist es, aus Eiern Junglarven zu machen“, meint FarmInsect-Geschäftsführer und Co-Gründer Thomas Kühn. FarmInsect züchtet die Junglarven der Schwarzen Soldatenfliege – eine besonders anspruchslose und robuste Insektenart – daher in einer eigenen Anlage und liefert sie regelmässig und auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt an die Betriebe.

Diese müssten zur Herstellung ihres Insekten-Futtermittels nur einen Mischtopf mit Biomasse befüllen, die jungen Larven in die Klimakammer verbringen und die ausgewachsenen entnehmen, die dann direkt an Nutztiere verfüttert werden könnten.

Nach Angaben der TUM wachsen die Larven der Schwarzen Soldatenfliege in der Klimakammer bis auf eine Grösse von 1,5 cm heran und erhöhen ihr Gewicht dabei um den Faktor 1'000. Seit Ende 2017 sei die Verwendung von Insektenmehl in der Aquakulturzugelassen; eine Genehmigung für die Geflügel und Schweinemast werde 2021 erwartet. Die Verfütterung lebender Insekten sei bereits heute für Hühner, Schweine und Fische erlaubt.

Um den Vorgaben für die Verwendung von regionalen Reststoffen als Futtermittel gerecht zu werden, hat FarmInsect der TUM zufolge eine eigene IT-Plattform entwickelt, mit der die lückenlose Rückverfolgung der Herkunft gewährleistet werden kann. In wenigen Wochen wird eine Pilotanlage bei einem der grössten Aquakultur-Betriebe in Bayern in Betrieb genommen.

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