25.06.2015 06:36
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Wetter
Extremes Wetter wird normal
Künftig könnte es jedes zweite oder dritte Jahr einen Hitzesommer wie 2003 geben. Dazu wird der Klimawandel zunehmend extreme Wetterereignisse wie Starkregen bringen. Darauf wird die Landwirtschaft reagieren müssen.

Überschwemmungen, Hagel, Schnee, extreme Temperaturschwankungen: Auf solche Wetterkapriolen müssen sich die Bauern zunehmend einstellen.

2015 durchschnittlich

Laut Emilia Baldi, Mediensprecherin von Schweizer Hagel, ist der Schadenverlauf 2015  im langfristigen Vergleich zwar bislang durchschnittlich. «Die Wissenschaft geht  aber von einer  Zunahme der Wetterextreme  aus.  Und auch die Schadensentwicklung   weist in diese Richtung. Die Häufigkeit und die Intensität der versicherten Hagel- und Elementarschäden an landwirtschaftlichen Kulturen haben in den letzten 20 Jahren deutlich zugenommen.»

Folgen des Klimawandels  sind nicht nur heftigere Niederschlagsereignisse, sondern auch zunehmende Dürreperioden. «Die Wissenschaft, der Bund und auch wir gehen von einer Zunahme von Trockenheitsphasen aus», sagt Baldi.

Forscher  rechnen damit, dass die mittlere Sommerniederschlagsmenge in den Monaten Juni bis August  im Mittelland und im Jura bis zur Mitte des Jahrhunderts um durchschnittlich rund 17 Prozent abnimmt.

Mehr extrem trockene und heisse Sommer

Jürg Fuhrer,  Leiter der Gruppe Lufthygiene und Klima bei Agroscope, befürchtet, dass   es  in der zweiten Jahrhunderthälfte möglicherweise jedes zweite oder dritte Jahr einen extrem trockenen und heissen Sommer wie 2003 geben könnte: «Die landwirtschaftliche Praxis wird sich anpassen müssen.  Die Gesellschaft wird kaum bereit sein, Direktzahlungen  zu gewähren für Gegenden, die ständig Ertragsausfälle haben, da es zu wenig Wasser zur Bewässerung hat. Der politische Druck, das Land  anders zu bewirtschaften, wird steigen.»

Für Fuhrer  müssen die Bauern in trockenen Regionen wie der Broye-Ebene künftig vermehrt Direktsaat oder Mulchsaat,  die  die Feuchtigkeit besser konservieren, und neue Bewässerungstechniken  anwenden. «Es müssen mehr Wintergetreide angebaut und die Sommerkulturen stark reduziert werden.» Und die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Kartoffeln aus der Schweiz kann künftig nur mit Bewässerung sichergestellt werden.

Fuhrer  schlägt auch eine Versicherungslösung gegen Trockenheit vor. Eine solche   biete die Schweizer Hagel bereits an, sagt Baldi: «Die  Acker-Pauschalversicherung Plus, die zusätzlich zu Hagelschäden auch Trockenheit bei Ackerkulturen, Auswuchs bei Getreide und Starkregen deckt,  hat sich gut etabliert. Die Nachfrage der Bauern  ist steigend.»

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE