25.06.2020 07:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
80% weniger Ammoniak mit Deckel
Die Landwirtschaft stösst in der Schweiz einen Grossteil des schädlichen Ammoniaks aus. Hauptursache ist die Gülle. Auch Lachgas, Methan und Kohlendioxid dünstet die Gülle aus. Ein Deckel aufs Güllenoch schafft Abhilfe.

Zusammen mit anderen Forschungsinstitutionen veröffentlichte die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der Berner Fachhochschule (BFH-HAFL) am Mittwoch die bisher umfassendste Übersicht über das Ammoniak aus der Lagerung von Jauche auf den Bauernhöfen.

90 Prozent aus Landwirtschaft

Ammoniak ist ein Luftschadstoff, der Ökosysteme, Wasser und Boden auf vielfache Weise schädigt. Zudem trägt die stinkende Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung indirekt zur Bildung von Treibhausgasen und lungengängigem Feinstaub bei. Daneben kommen die Treibhausgase Lachgas, Methan und Kohlendioxid aus der Jauche, dem sogenannten Hofdünger.

Die landwirtschaftliche Tierhaltung stösst landesweit mehr als 90 Prozent des Ammoniaks aus. Der Landwirtschaft geht dadurch auch viel Stickstoff verloren, der für die Düngung wichtig ist, wie die Fachhochschule schreibt.

80 Prozent weniger Ammoniak 

In mehrjähriger Arbeit erhob die HAFL zusammen mit international führenden Wissenschaftlern Daten über den Ausstoss von Ammoniak sowie über die Emissionen von Lachgas, Methan und Kohlendioxid. Dabei zeigte sich, dass aus der Schweinejauche mehr Ammoniak entwich als aus jener von Rindern. Die Untersuchungen bewiesen ausserdem die Wichtigkeit von Abdeckungen. Ein richtig abgedecktes Güllenloch stösst bis zu 80 Prozent weniger Ammoniak aus. Auch die Treibhausgasemissionen nahmen bei gedeckten Lagern leicht ab.

Des Weiteren beeinflussen Verfahren zur Gülleaufbereitung die Emissionen. Sie reduzieren teilweise die Ammoniak- oder Treibhausgasemissionen bei der Güllelagerung, können diese aber auch vergrössern. Die Mehremissionen lassen sich den Untersuchungen zufolge aber durch geeignete Techniken beim Ausbringen und beim Weiterlagern kompensieren.

Die Studie bildet den Forscherinnen und Forschern zufolge eine Grundlage für Entscheidungsträger, etwa bei der Beurteilung von Massnahmen zur Emissionsreduktion. Sie zeigt auch Wissenslücken und Forschungsbedarf auf.

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