7.08.2013 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Getreide
Weizen: Weniger, aber schwere Körner
Die Ernte von Weizen und Raps konnte in den letzten Tagen bei idealem Wetter fortschreiten. Beim Weizen sprechen Sammelstellenleiter oft von mässigen Erträgen. Die Qualität sei sehr gut mit Hektolitergewichten über 80 Kilo.

In den frühen Lagen waren am Montag 80 Prozent und mehr des Weizens gedroschen. In späteren Lagen steht zum Teil noch die Hälfte der Felder. Die Erträge sind allgemein tiefer als letztes Jahr – zum Teil 10 bis 20 Prozent. Dies ergab eine Umfrage des «Schweizer Bauer» bei 20 Sammelstellen in der gesamten Schweiz. Einzelne Sammelstellenleiter sprachen von Durchschnittserträgen  oder sogar etwas grösseren Mengen als 2012.

Nasser Frühling oft der Grund

Die Ertragsschwankungen seien sehr gross. Im Extenso-Anbau gab es Erträge von 30 bis vereinzelt über 65 Kilo pro Are. Im Schnitt sprachen die meisten Sammelstellenleiter von 45 bis 55 kg/a. Beim ÖLN-Weizen reicht die Spannbreite von 50 bis 90 kg/a. Der Durchschnitt dürfte bei rund 65 kg/a liegen. Teilweise fielen einzelne Sorten negativ auf. Die Sorte Suretta habe zwar sehr gute Proteingehalte, sei aber ertragsmässig negativ aufgefallen, melden einige der Befragten.

Das tiefere Ertragsniveau wird oft mit dem nassen Frühling begründet. In trockenen Gebieten sei aber auch die Hitze im Juli mitverantwortlich. Die Weizenpflanzen hätten wegen der nassen Bedingungen im Frühjahr nur flache Wurzeln gebildet und litten darauf stärker unter der Trockenheit. Es wurden folglich weniger Körner pro Ähre gebildet.

Mykotoxine kein Problem

Die Körner sind dafür in diesem Jahr schwer. Die durchschnittlichen Hektolitergewichte (HLG) liegen über 80 kg/hl. Was vor dem heftigen Regen letzte Woche abgeliefert wurde, war sogar noch schwerer, vereinzelt bis 87 kg/hl. Seither seien die HLG etwas gesunken, aber trotzdem noch sehr gut. Wie aufgrund der Witterung zu erwarten war, gibt es keine Probleme mit Auswuchs und somit tiefen Fallzahlen.

Diese liegen deutlich über der Grenze von 220 Sekunden – teilweise wurden über 400 Sekunden gemessen.
Kein grosses Thema scheinen dieses Jahr die Mykotoxine zu sein. Die abgelieferten Posten seien praktisch befallsfrei. In einzelnen Regionen wurde dagegen etwas Mutterkorn beobachtet. Dies vor allem bei Triticale.

Ebenfalls noch im Gange ist die Rapsernte. Ertragsmässig sieht es nach einer guten bis sehr guten Ernte aus.

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