21.10.2018 11:59
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Ackerbau
Weizen nicht zu dicht säen
Bei den aktuell optimalen Saatbedingungen reichen 250 bis 275 Weizenkörner/m2. Dichte Frühsaaten bergen Probleme.

Die Aussaat des Winterweizens hat begonnen. Die Saatdichte ist der Produktionsart (ÖLN, Extenso), dem Saatzeitpunkt und der Sorte anzupassen. Für die Saat von Winterweizen reichen Anfang bis Mitte Oktober 250 bis 275 Körner/m2. Höhere Saatdichten (500 Körner/m2) sind erst bei später Saat  Ende November oder schlechten Bodenbedingungen wie grobscholliges Saatbeet notwendig.

Direktsaat: dichter säen

Die Anbautechnik sollte auch beachtet werden für die Bestimmung der Saatdichte. Bei Direktsaat oder bei geplanter mechanischer Unkrautbekämpfung empfiehlt sich eine leichte Erhöhung der Saatmenge um 10 Prozent.

Tendenziell wird eher eine zu hohe Saatdichte gewählt. Zu dichte Bestände haben Nachteile: Sie trocknen schlechter ab und sind anfälliger auf Krankheiten und lageranfälliger.

Im Frühling ist es  einfacher, dünne Bestände durch gezielte Stickstoffdüngung oder Walzen zu fördern, als dichte Bestände im Griff zu behalten. Die dichten Bestände weisen im Frühling häufig Stickstoffmangel auf. Gleichzeitig sollte nicht zu stark gedüngt werden, damit sie nicht noch stärker bestocken. 

Bestockt kälteresistenter

Bei einer Frühsaat mit 250 Körnern pro m2 geht man davon aus, dass kaum Verluste bei der Keimung auftreten und zudem der Weizen im Stadium Beginn Bestockung überwintert. Teilweise oder ganz bestockter Weizen ist kälteresistenter als spät gesäter Weizen, der im 2- bis 3-Blatt-Stadium überwintert. Doch eignet sich nicht jede Weizensorte  gleich gut für Spätsaaten. Zu den verträglichen Sorten gehören Titlis, Chaumont, Arina oder Levis.     

Bei der Saat muss unbedingt auf das Tausendkorngewicht (TKG) des Saatgutes geachtet werden, denn die Saatmenge (in kg) kann durch das variierende TKG beträchtlich abweichen. 

Die optimale Saattiefe für Getreide beträgt 2 bis 4cm. Bei zu flacher Saat besteht die Gefahr, dass die Keimlinge austrocknen oder dass  Herbizidschäden durch Bodenherbizide im Herbst entstehen. Bei zu tiefer Saat hat der Keimling genügend Wasser, verbraucht  aber viel Zeit und Energie, bis er die Oberfläche erreicht. 

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