5.02.2020 12:11
Quelle: schweizerbauer.ch - ats/blu
Bern
«TWI gefährdet Kartoffelbau»
Der Abstimmung über die Trinkwasserinitiative (TWI) schauten Landwirte wie Niklaus Wittwer aus Rüderswil mit besonderem Interesse entgegen, schreibt die «Berner Zeitung».

Bei einem Ja stünde die Zukunft seines Betriebs auf dem Spiel. Auf dem 12-ha-Betrieb werde Milchwirtschaft und Ackerbau betrieben. Auf rund drei Hektaren baue er Pflanzkartoffeln an. Bei einem Ja zur Trinkwasserinitiative wäre der Pflanzenschutzmitteleinsatz verboten. Wittwer geht davon aus, dass er mit Ertragseinbussen von 20 bis 40 Prozent rechnen müsste.

Bei Annahme der TWI könne er im Notfall auch nicht mehr gegen die Kratfäule spritzen. «Wenn wir die Krautfäule haben, kann es zu einem 100-prozentigen Ausfall kommen», so der Landwirt. Er werde den Betriebszweig wohl aufgeben müssen und auch bei der Milchwirtschaft sehe es schlecht aus. 
Denn hier könne er auch nicht weiterfahren wie bisher, wenn die Initiative angenommen wird.

Diese verlange, dass «der Tierbestand mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann». Zwar fressen Wittwers Kühe hauptsächlich eigenes Gras, Heu und Kartoffeln. Er kauft aber noch Eiweissträger hinzu. Es handelt sich um Soja oder Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelherstellung wie Kartoffelprotein. Wittwer sagt zur Zeitung, dass er das Ergänzungsfuttermittel auch selber anbauen könne, etwa Mais oder Gerste.

Es stelle sich aber die Frage, was mit den Nebenprodukten geschehe: «Ins Ausland? In Biogasanlagen?» Für Landwirt Wittwer geht die Initiative eindeutig zu weit. «Sie zielt voll auf die Landwirte», macht er deutlich. «Es macht mancher Landwirt schon jetzt viel mehr für sauberes Trinkwasser als die übrige Bevölkerung, sonst könnten wir unser Wasser nicht bedenkenlos trinken», sagt er zur «Berner Zeitung».

Zwei Initiativen

Trinkwasser-Initiative:

Sie will, dass nur Bauern Direktzahlungen erhalten können, die auf den Einsatz von Pestiziden (der Initiativtext enthält keine Einschränkung auf chemisch-synthetische Pestizide) und auf die prophylaktische Abgabe von Antibiotika verzichten, die die Biodiversität erhalten und die nur so viel Tiere halten, wie sie mit betriebseigenem Futter ernähren können.

Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» von Future3: 

Sie will in der Schweiz den Einsatz synthetischer Pestizide in der landwirtschaftlichen Produktion verbieten. Die gewerbsmässige Einfuhr von Produkten, die im Ausland mit synthetischen Produkten hergestellt wurden, würde auch verboten. 

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