19.09.2014 13:53
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Soja: Anbaufläche in Bayern markant zunehmend
Immer mehr bayerische Landwirte setzen auf den Anbau von Soja als Futtermittel für ihre Tiere. Wie der bayerische Agrarminister Helmut Brunner beim jährlichen „Soja-Feldtag“ in Aschau am Inn ankündigte, will er den heimischen Sojaanbau noch weiter voranbringen.

Seit 2010 sei das Areal bereits um rund 80 Prozent auf jetzt 4'300 ha gewachsen. Diese Ausweitung sei Teil des 2011 gestarteten „Aktionsprogramms Heimische Eiweissfuttermittel“, das einen Beitrag zur Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel leisten und die Bauern unabhängiger von Futtermittelimporten aus Übersee machen solle.

Forschung wird intensiviert

„Die Praxis zeigt, dass Soja in Bayern auf vielen Standortenmit guten Erträgen angebaut werden kann“, sagte der Minister. Für das kommende Jahr erwarte er einen weiteren Schub, weil dann auf Initiative Bayerns die von Brüssel geforderten ökologischen Vorrangflächen auch für den Anbau von Sojabohnen genutzt werden könnten. Zudem werde der Anbau ab 2015 im Rahmen des neuen Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms finanziell gefördert.

Um die Potentiale nutzen zu können, müssten Sorten und Produktionstechnik ständig weiterentwickelt werden. Dazu liefen an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) inzwischen zahlreiche Forschungsprojekte. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Anbauerfahrungen würden den Bauern über die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Selbsthilfeeinrichtungen rasch zur Verfügung gestellt. Sojabohnen seien auch eine Bereicherung für die Fruchtfolge, erklärte Brunner.

Hohe Importmengen

Um die Eigenversorgung der Bauern mit Eiweisspflanzen voranzubringen, habe er 2012 gemeinsam mit Österreich die Initiative „Donau-Soja“ gestartet, der mittlerweile sieben europäische Staaten beigetreten seien. Trotzdem würden aber noch jährlich rund 800'000 t Soja als Eiweissfutter für Rinder, Schweine und Hühner nach Bayern importiert, und zwar vor allem aus Argentinien, Brasilien und den USA.

Um diese Einfuhren zu verringern, will der Minister auch den Eigenanbau anderer Eiweisspflanzen wie etwa Luzerne voranbringen und für eine effizientere Nutzung vorhandener Eiweissfutterquellen sorgen. Das alles erhöhe die Versorgungssicherheit für die Bauern, stärke regionale Wirtschaftskreisläufe und diene dem Klimaschutz.

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