3.02.2017 08:57
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Wetter
Schneedecke schützte Äcker
Der Januar war ausserordentlich kalt. Die Ackerkulturen waren unter der Schneedecke aber geschützt. Dank dem Frost wurden zudem viele Schädlinge dezimiert. Die Mäuse hingegen konnten sich gut vermehren.

Seit 30 Jahren war der Januar nicht mehr so kalt wie 2017. Die Temperatur lag verbreitet rund 3°C unter der Norm. In Aarau wurden 16 Eistage registriert, an denen die Temperatur nicht über 0 °C stieg. Das Mittelland lag während 10 Tagen unter einer dicken Hochnebeldecke.

Mäuseschäden


Diese Januar-Witterung hat Auswirkungen auf die Kulturen. Herbert Schmid, Futterbauberater am BBZN in Hohenrain LU: «Unter der Schneedecke konnten sich die Mäuse gut vermehren, sie waren vor Greifvögeln geschützt. Deshalb sieht man nun, da der Schnee schmilzt, teils massive Mäuseschäden.» Mit Problemen müsse man speziell dort rechnen, wo der Boden vor dem Schneefall nicht stark gefroren war.

Für die Ackerkulturen war die Schneeschicht gut. «Ich weiss noch von keinen Auswinterungsschäden», sagt Andi Distel von der Liebegg in Gränichen AG. «Der Schnee hat Getreide und Raps vor der Kälte geschützt.» Distel erhofft sich auch, dass der Schädlingsbefall dieses Jahr kleiner sein wird als in Jahren ohne ausgeprägte Frostperiode. «Wenn wir Glück haben, wurden Rapsschädlinge wie der Glanzkäfer oder der Stängelrüssler dezimiert. Mit Sicherheit dezimiert wurden die Schnecken, die 2016 massenhaft aufgekommen sind.»  

Fragezeichen bei Kirschessigfliege


Offen ist, ob die Eiseskälte der Kirschessigfliege, die in den letzten Jahren bei Obst und Reben grosse Schäden angerichtet hat, einen Dämpfer versetzt hat. «Ich wage keine Prognose», sagt Catherine Baroffio von Agroscope. «Wir fangen in den Fallen gegenwärtig zwar weniger Fliegen als in anderen Wintern, aber es gibt noch lebende Exemplare – auch, weil die Population 2016 enorm gross war.»

Der Januar war nicht nur kalt, sondern landesweit auch deutlich zu trocken. Im Norden gab es verbreitet nur 20 bis 50 Prozent des üblichen Niederschlags. Nach dem sehr trockenen zweiten Halbjahr 2016 herrscht verbreitet Niedrigwasser, die Böden sind ausgetrocknet. Andi Distel ist besorgt: «Es braucht unbedingt Wasser, bevor die Vegetation erwacht.» Tatsächlich ist Niederschlag angesagt, wie Eva Stehrenberger von Meteotest weiss: «Nach dem Regen oder dem Schnee von gestern dürfte es am Wochenende erneut verbreitet nass werden.» 

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