13.07.2020 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Rübenbauern warnen vor Ernteeinbussen
In Frankreich hat der Verband der Zuckerrübenerzeuger (CGB) erneut auf den hohen Schädlingsdruck in diesem Jahr aufmerksam gemacht. Nach Schätzungen werden sich die Ertragseinbussen durch den starken Blattlausbefall und die resultierende Ausbreitung von Vergilbungsviren auf mindestens 100 Mio. Euro (106.4 Mio. Fr.) belaufen.

In den gravierendsten Fällen seien Verluste von mehr als 1'000 Euro (1'064 Fr.) pro Hektar zu erwarten. Wie befürchtet, steckten die französischen Rübenbauern bei der Bekämpfung von Blattläusen in einer „technischen Sackgasse“.

Die ersten Ernteprognosen veranschlagen den Ertrag laut CGB derzeit auf weniger als 80 t pro Hektar. Das wäre der niedrigste Stand seit mehr als 15 Jahren und deutlich unter dem fünfjährigen Mittel von 87 t/ha. In den am stärksten betroffenen Regionen Centre-Val de Loire und Île-de-France seien Ernteeinbussen von 30% bereits absehbar.

Verbandspräsident Franck Sander forderte den neuen Landwirtschaftsminister Julien Denormandie auf, unverzüglich Massnahmen zur Bewältigung der Krise zu ergreifen. Auf dem Spiel stünden die Grundlagen eines Sektors, der in der gegenwärtigen Krise „Verantwortung für die Ernährung der Bevölkerung und die Versorgung mit Alkohol zur Desinfektion“ übernommen habe.

Die am stärksten betroffenen Landwirte müssten unbedingt finanziell unterstützt werden. Allen Bauern müssten zudem die technischen Möglichkeiten an die Hand gegeben werden, ihre Kulturen vor Schädlingen zu schützen. Schon Ende April hatte der CGB auf den nach Angaben des Verbandes durch einen milden Winter, hohe Frühjahrstemperaturen und das Neonikotinoidverbot verursachten hohen Blattlausdruck aufmerksam gemacht.

Um die Bekämpfung der Schädlinge zu erleichtern, hatte das Amt für Gesundheitsschutz in Ernährung, Umwelt und Arbeit (ANSES) die Zulassung für das Insektizid Teppeki erweitert, um die Anwendung ab dem Zwei-Blatt-Stadium der Rübenpflanzen zu ermöglichen.

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