24.07.2014 11:02
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Raps- und Gerstenernte gut – beim Brotweizen entscheidet die Witterung
Die Ernte 2014 fällt bei der Gerste und beim Raps gut bis sehr gut aus. Beim Brotweizen dürfte die Witterung der nächsten Tage das Ergebnis entscheidend beeinflussen. Vom Auswuchs betroffen ist die ganze Schweiz, aber mit grossen regionalen Unterschieden.

Die Branchenorganisation Swiss Granum führte bei 32 Sammelstellen, die aufgrund der Marktanteile und geografischen Verteilung ausgewählt wurden, ihre alljährliche Umfrage durch. Die Resultate fallen je nach Kultur unterschiedlich aus.

Gerstenerträge können Flächenrückgang teilweise kompensieren

Die Gerstenernte ist gemäss der Mitteilung von Swiss Granum von Mittwoch praktisch abgeschlossen. Die Resultate lassen aufhorchen. Die Erträge werden mehrheitlich als gute bis sehr gute taxiert. Diese liegen beim Extenso-Anbau zwischen 60 und 70 dt/ha und beim ÖLN-Anbau zwischen 80 und 100 dt/ha. Die Hektolitergewichte sind mittelmässig bis gut, zwischen 64 und 69 kg/hl. Der Regen hat diese nur leicht beeinflusst. Die Posten wurden mehrheitlich trocken (Feuchtigkeitsgehalte 11 bis 13 Prozent) angenommen. Die Resultate von Swiss Granum weichen damit kaum von jenen des "Schweizer Bauer" ab.

Die grossen Unterschiede liegen hauptsächlich bei den Sorten, schreibt Swiss Granum. Dank den guten Erträgen werden die anhaltenden Flächenrückgange teilweise kompensiert. Die Gerstenernte 2014 wird auf 180‘000 Tonnen geschätzt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme von 12 Prozent. Swiss Granum erinnert aber daran, dass es sich um eine Schätzung handelt.

Raps: Sehr gute Erträge

Vom Raps wurde bisher 70 bis 90 Prozent der Ernte in den frühreifen Regionen der Westschweiz, des Mittelandes und der Ostschweiz angenommen. Sonst ist der Erntefortschritt je nach Region und Höhenlage unterschiedlich. Die Erträge in diesem Jahr fallen besonders hoch aus. Sie liegen zwischen 35 und 45 dt/ha, teilweise auch bis zu 60 dt/ha. Bei von Hagel betroffenen Posten liegen die Erträge bei 10 dt/ha und tiefer. Die Unterschiede zwischen den Anbaumethoden sind gering. Gemäss ersten Schätzungen fällt die Schweizer Rapsernte 2014 höher aus als jene des vergangenen Jahres.

Brotweizen: Posten mussten deklassiert werden

In den frühreifen Regionen und tieferen Gebiete wurde 10 bis 60 Prozent der Brotweizenernte abgeliefert. Die ersten Posten weisen beim Extenso-Anbau Erträge zwischen 60 und 70 dt/ha und beim ÖLN-Anbau zwischen 70 und 90 dt/ha auf. Die Hektolitergewichte sind gut, die Fallzahlen jedoch sehr tief. Nur wenige Posten weisen Fallzahlen von über 330 s auf. „Viele Brotweizenposten befinden sich zwischen 150 und 180  und somit unterhalb des Limits von 220 s. Diese mussten deklassiert werden“, betont Swiss Granum.

Da die Weizenernte erst begonnen hat, kann das Ausmass an ausgewachsenen Brotgetreide nicht erhoben werden. Betroffen ist die ganze Schweiz, jedoch mit erheblichen, regionalen Unterschieden von 5 bis 80 Prozent der bisher abgelieferten Posten. Entscheidend für das Ernteergebnis 2014 seien daher die Wetterbedingungen der kommenden Tage, so Swiss Granum weiter.

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