11.04.2014 17:54
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Getreide
Nachhaltige statt ökologische Intensivierung
Die Branchenorganisation Swiss Granum bemängelt, dass in einer diese Woche publizierten Agroscope-Studie zur Ökobilanz von Agrarprodukten nicht alle Umweltaspekte berücksichtigt worden sind. Die Getreidebranche fordert eine Berücksichtigung aller Nachhaltigkeits-Dimensionen.

Im Rahmen des Projektes „Ökobilanz ausgewählter Schweizer Landwirtschaftsprodukte im Vergleich zum Import“ untersuchte Agroscope im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft die Umweltwirkungen verschiedener landwirtschaftlicher Produkte. Für Futtergerste, Weizen und Brot aus der Schweiz waren die Ergebnisse nicht eindeutig. Bei der Interpretation sei aber Vorsicht geboten, schreibt Swiss Granum am Freitag in einem Communiqué.

Vielfältige Leistung nur teilweise erfasst

Die Getreidebranche setze sich im Rahmen der Qualitätsstrategie seit Jahren für eine nachhaltige Futter- und Brotgetreideproduktion und -verarbeitung in der Schweiz ein, heisst es weiter. "Fast 100 Prozent der Betriebe produzieren nach ÖLN-Richtlinien, knapp die Hälfte des Schweizer Getreides wird nach Extenso-Richtlinien angebaut, wobei die dabei erzielten Erträge tiefer sind und sich gemäss Studie negativ auf die Ökobilanz auswirken", betont die Branchenorganisation. Die verwendeten Sorten sind mittels optimierter Züchtung an den Standort angepasst, heisst es weiter.

Umweltaspekte wie das Landschaftsbild, die Herstellung von qualitativ einwandfreien und sicheren Produkten sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Erbringen gemeinwirtschaftlicher Leistungen seien Umweltaspekte, die von Agroscope in der Studie nicht berücksichtigt worden seien, schreibt Swiss Granum. Die vielfältigen Leistungen der Schweizer Getreideproduktion seien deshalb nur teilweise erfasst worden.

Alle Faktoren der Nachhaltigkeit berücksichtigen

Zudem kritisiert Swiss Granum, dass Agroscope mit der Empfehlung einer ökologischen Intensivierung einseitig eine auf ökologische Kriterien fixierte Betrachtungsweise an den Tag lege und Aspekte der Nachhaltigkeit wie Ökonomie und Soziales vernachlässige. "Nur durch eine ausreichende Rentabilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden einheimische Rohstoffe für die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln aus der Schweiz künftig bereitstehen", folgert Swiss Granum. Daher müsse eine Intensivierung zwingend alle Faktoren der Nachhaltigkeit umfassen.

Die Studie hatte die Ökobilanz von Schweizer Agrarprodukten mit Importware verglichen. Bei Futtergerste, Brot aus Weizen sowie Rindfleisch wurden keine eindeutigen Ergebnisse erzielt, während bei Milch/Käse sowie Kartoffeln die Schweizer Produkte besser abschnitten als die ausländischen.

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