18.07.2015 06:30
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Weizen- und Rapsernte
Mittlere Erträge, gute Qualität
Die Trockenheit hat dem Weizen bisher weniger geschadet als befürchtet. Zwar werden keine Spitzenerträge gedroschen, dafür gute Qualität. Auch die Rapsernte schreitet zügig voran mit durchschnittlichen Erträgen.

Rund 10 bis 14 Tage früher als üblich rollten heuer die ersten Mähdrescher zur Weizenernte an. Mittlerweile sind in der Westschweiz ausser in den höheren Lagen schon fast alle Felder abgeerntet. Auch frühe Gebiete mit viel Extenso-Getreide, wie etwa die Region Basel, werden die Weizenernte am Wochenende abschliessen. Die  übrigen Regionen melden rund 60% gedroschene Fläche, in späteren Lagen ist es weniger.

Weizen überzeugt mit guter Qualität

Die befragten Sammelstellenleiter und Silochefs sind sich einig: «Die Weizenerträge sind nicht so hoch wie letztes Jahr, dafür ist die Qualität gut.» Beim Extenso-Weizen bewegen sich die meisten Posten um 50 bis 65kg/ha. Im ÖLN sind es im Schnitt um die 65 bis 80 kg/ha Ertrag. Damit liegt das Ertragsniveau rund 10 bis 15% tiefer als im Spitzenjahr 2014.

Doch können sich die Bauern über die sehr guten Hektolitergewichte mit im Schnitt über 80 kg/hl (zum Teil bis 88 kg/hl) und die hohen Fallzahlen freuen. Im Gegensatz zur letztjährigen Ernte, als sehr viel Weizen ausgewachsen war, liegen heuer die meisten Posten zwischen 300 und 400 Sekunden.

Unterschiedliche Proteingehalte

Bezüglich der Proteingehalte lässt sich keine allgemeine Aussage machen. Einige Sammelstellen sind zufrieden. Sie haben durchschnittliche Gehalte um die 12,5 bis 13% gemessen. Andere sprechen von sehr tiefen Proteinwerten. Auch die Streuung innerhalb einer Sammelstelle ist gross.

Die meisten Befragten  messen den Proteingehalt. Aber nur wenige geben die Preiszuschläge und -abzüge, die dieses Jahr erstmals zwischen Sammelstelle und Mühle gelten, an die Produzenten weiter. Der neutrale Bereich liegt bei 12,5 bis 14% Proteingehalt.

Mehr Schmachtkörper

Trocknungskosten sind mit Feuchtigkeitsgehalten mehrheitlich zwischen 10 und 12% kein Thema. Das trockene Wetter hat auch den Pilzen den Garaus gemacht. Mykotoxine finden sich weder auf dem Stroh noch auf den Körnern. Dafür melden die meisten Sammelstellenleiter mehr Posten als üblich mit einem erhöhten Anteil an Schmachtkörnern. Vor allem auf Parzellen mit leichtem Boden litten die Kulturen rascher unter der Trockenheit und bildeten nicht alle Körner gut aus.

Die Rapsernte ist in den meisten Regionen ähnlich weit fortgeschritten wie die Weizenernte. Es sieht ertragsmässig nach einer durchschnittlichen bis guten  Ernte aus. Der Raps wird sehr trocken mit Feuchtigkeitsgehalten um die 6 bis 7% abgeliefert.  Die Getreide- und Rapsernte 2015 ist also trotz vereinzelten «Trockenheitsschäden» durchaus erfreulich ausgefallen.

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