8.11.2018 13:26
Quelle: schweizerbauer.ch - Andrea Enggist*
Ackerbau
Mehr Raps dank Untersaat
Eine Untersaat im Raps zahlt sich dank den Ressourceneffizienzbeiträgen wirtschaftlich aus – sofern der Unkrautdruck tief ist.

In diesem Herbst sind   vermehrt Rapsfelder mit Untersaat zu sehen. Bei optimaler Entwicklung der Untersaat und keinem übermässigen Unkrautdruck ist ein Verzicht auf Herbizide auf diesen Flächen möglich. Im Winter friert die Mischung ab und stellt im Frühling keine Konkurrenz mehr dar für den Raps. Diese Anbaumethode ist durchaus praxistauglich und lohnt sich auch wirtschaftlich, wie ein  Versuch des Forums Ackerbau zeigte. Sie bringt aber auch einige Risiken mit sich. 

In einem dreijährigen Versuch des Forums Ackerbau wurde Raps mit und ohne Untersaat ausgesät, kombiniert mit und ohne Pflugeinsatz. In den Verfahren mit Untersaat wurde kein Herbizid gespritzt. Es zeigte sich, dass die Untersaat mit Herbizidverzicht besonders im pfluglosen Anbauverfahren wirtschaftlich interessant ist. Grund  sind die Ressourceneffizienzbeiträge  für den Herbizidverzicht von 400 Franken pro Hektare.

Untersaat von Ukrautdruck abhängig


Da ab 2019 nicht nur bei Pflugverzicht Beiträge ausbezahlt werden, wird der Herbizidverzicht auch in der Pflugvariante wirtschaftlich interessant. Mit dem Pflug kann der Unkrautdruck vorbeugend reduziert werden. 

Der Erfolg einer Untersaat hängt  stark vom Unkrautdruck ab und ist darum nicht auf allen Parzellen zu empfehlen. Auf stark verunkrauteten Parzellen führte die Untersaat im Versuch zu 30 bis 50 Prozent  Ertragsverlust. Bei tiefem Unkrautdruck und optimalen Saatbedingungen wurden dagegen mit der Untersaat zum Teil höhere Erträge erreicht als mit Herbizid. Ab diesem Jahr testet das Forum Ackerbau unterschiedliche Untersaatmischungen und Saattechniken im Feld. 

Infotagung Forum Ackerbau

Der Rapsversuch mit Untersaat und weitere Praxisversuche über Anbautechniken und Sorten in anderen Kulturen werden an der Infotagung des Forum Ackerbau vorgestellt. 

Datum: Donnerstag, 15. November, ab 8.30 bis 13  Uhr  

Ort: Strickhof in Lindau ZH, Forum Agrovet-Strickhof

Anmeldung: bis 8. November 2018 beim Kurssekretariat Strickhof, Tel. 058 105 98 00,  kurse@strickhof.ch

Kosten:   30 Franken pro Person  (Mittagessen  20 Franken)

Weitere Infos: www.forumackerbau.ch

*Die Autorin Andrea Enggist arbeitet am LZ Liebegg AG und hat den Beitrag für das Forum Ackerbau geschrieben.


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