28.07.2014 14:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Zuckerrüben
Hohe Erträge, wenig Zucker
Die Rübenerträge der ersten Proberodung liegen deutlich über dem 5-Jahres-Mittel, der Zuckergehalt ist leicht darunter. Das lässt auf ein gutes Rübenjahr hoffen – auch, weil die Rüben sehr gesund sind.

Am vergangenen Dienstag fand in den Zuckerrüben die erste von drei Proberodungen der Saison 2014 statt. Die Rübenpflanzer dürfen sich freuen: Mit 58,4t/ha in der West- und 55,4t/ha in der Ostschweiz liegen die derzeitigen Erträge aus den Probefeldern deutlich über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre von 47,3t/ ha im Westen und 48,4t/ha im Osten. 2013 wurden bei der ersten Proberodung am 23. Juli  sogar nur 31 respektive 25t/ha ermittelt.

Resultate übertreffen Erwartungen

Die Zuckergehalte sind mit 13,9 und 13,7 Prozent allerdings unterdurchschnittlich – eine Folge der trüben Witterung. Das 5-Jahres-Mittel liegt hier bei 15,3 und 15,2 Prozent. Die Erträge liegen damit heute schon fast so hoch wie bei der Ernte 2013, als lediglich 70t/ha in der Westschweiz und 66t/ha in der Ostschweiz gegraben wurden. Mit den daraus gewonnenen 220'000 Tonnen Zucker konnte die Nachfrage nicht gedeckt werden.

Entsprechend zufrieden ist Peter Imhof, zuständig für das Rübenmanagement bei der Schweizer Zucker AG (bis Ende 2013 Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld ZAF): «Die Resultate der ersten Proberodung übertreffen sogar die bisherigen Erwartungen.» Er warnt aber: «Aufgrund der  Niederschläge der letzten Wochen muss man insbesondere den Ertrag in der Westschweiz relativieren. Die nächsten Proberodungen im August und September werden zeigen, inwieweit sich der Trend zu viel Masse und wenig Zucker bestätigt.»

Blattgesundheit gut bis sehr gut

Voraussetzungen für einen guten Masse- und Zuckerertrag ist nun, dass die Rüben gesund bleiben, genug Wasser haben und Sonne tanken können. Zumindest für Ersteres sieht es gut aus. «Die Blattgesundheit ist gut bis sehr gut», freut sich Andreas Bertschi von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau (SFZ). «Der Befall von den gefürchteten Cercospora-Blattflecken verharrt nach wie vor auf einem sehr tiefen Niveau.» Cercospora werde sich zwar noch ausbreiten, eine Epidemie wie 2012 sei allerdings nicht mehr zu befürchten.

Das Wetter lässt sich zwar noch nicht bis in den Herbst voraussagen. Laut Simon Urser von Meteotest drohen aber zumindest in nächster Zeit weder Hitze noch Dürre: «Richtig stabiles Sommerwetter ist nicht in Sicht.» Längerfristige Wettertrends würden zeigen, dass es in den nächsten Wochen unbeständig bleibe. «Und auch die saisonalen Klimaausblicke zeigen keine Trockenperiode.»

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