31.05.2016 15:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Getreidefläche: Mehr Triticale, weniger Brotweizen
Die zweite Ernteschätzung von Swiss Granum betätigt den Trend von April. 2016 werden 427‘000 t backfähiges Brotgetreide, 471‘000 t Futtergetreide (inkl. nicht backfähiges Brotgetreide), 19‘000 t Eiweisspflanzen und knapp 91‘000 t Ölsaaten erwartet. Vor allem aus statistischen Gründen nimmt die Anbaufläche von Futtergetreide zu.

Beim Brotgetreide haben sich die Schätzungen der Branchenorganisation erhärtet. Die Fläche sinkt um 0,8% (-600 ha) auf 81‘100 ha, die Erntemenge dürfte gegenüber 2015 um 14‘000 Tonnen auf 426‘500 Tonnen steigen. Der Flächenrückgang ist auf den Brotweizen (-700 ha auf 74‘935 ha) zurückzuführen, gestiegen ist die Anbaufläche beim Dinkel (+115 ha auf 4‘100 ha).

Trotz weniger Fläche wird beim Brotweizen eine höhere Erntemenge erwartet (+13‘000 auf 402‘000 t). Ebenfalls eine Zunahme wird beim Dinkel (+1600 auf 14‘500 t) prognostiziert. Sinkende Erntemengen werden beim Roggen (-2000 auf 9‘200 Tonnen) erwartet.

Mehr Triticale, weniger Futterweizen

Beim Futtergetreide wird eine Zunahme der Anbaufläche um 5,1 Prozent auf 62‘400 ha (+3000 ha) erwartet. Deutlich zunehmend ist Triticale-Fläche (+550 auf 8‘800 ha). „Dies dürfte auf die Auswirkungen der Landschaftsqualitätsbeiträge zurückzuführen sein“, mutmasst Swiss Granum.

Die Zunahme bei der Futtergetreidefläche ist aber vor allem statistischer Natur. Beim Körnermais wurde im vergangenen Jahr knapp 20% der ausgesäten Fläche nicht als Körnermais geerntet und damit statistisch nicht bei dieser Kultur erfasst. „Somit ist die Körnermaisfläche 2016 nur geringfügig grösser als im Vorjahr“, so Swiss Granum. Rückläufig ist die Fläche beim Futterweizen (-400 ha auf 7‘900 ha).

Die Futtergetreideernte 2016 wird insgesamt auf rund 471‘000 t geschätzt. Darin inbegriffen ist ebenfalls die nicht backfähige Menge an Brotgetreide, welche auf 31‘000 t veranschlagt wird. „Bei optimalem Witterungsverlauf und guten Erntebedingungen kann ein Teil dieser Menge im Mahlgetreidesektor abgesetzt werden“, so die Branchenorganisation. Damit dürfte der Ernte um 15‘000 t höher ausfallen als 2015. Die Zunahme wird auf den Körnermais zurückgeführt.

Mehr Sonnenblumen und Eiweisserbsen, weniger Raps

Bei den Ölsaaten und Eiweisspflanzen werden die Aprilzahlen ebenfalls bestätigt. Die Eiweisspflanzenernte fällt mit 18‘700 t verglichen mit dem Vorjahr um rund 1‘900 t höher aus. Dies vor allem auf die höheren Erntemengen bei den Eiweisserbsen zurückzuführen. Die Anbaufläche dieser Kultur wurden um knapp 250 ha auf 4‘600 ausgedehnt.

Die Ölsaatenernte wird mit insgesamt 91‘000 t tiefer eingeschätzt als in den vergangenen beiden Jahren. Hauptgrund ist die Kürzung der Zuteilungsmengen bei Raps. Von der Erntemenge 2016 entfallen rund 74‘500 t auf die Rapsproduktion, das sind 12‘500 t weniger als 2015. Die Anbaufläche wurde um 2‘700 auf 20‘700 ha gesenkt.

Eine höhere Erntemenge wird hingegen bei den Sonnenblumen erwartet. Diese soll um 1‘500 auf 11‘300 t steigen. Die Anbaufläche wurde um 130 auf 4‘700 ha ausgedehnt. Nur eine leichte Zunahme wird bei der Soja (+600 auf 4‘700 t und +50 ha auf 1‘770 ha) prognostiziert.

Bei der Interpretation der Zahlen gilt es zu beachten, dass die Schätzungen provisorisch sind und eine Prognose darstellen.

Ernteschätzungen von Swiss Granum

Swiss Granum lässt vom Geschäftsbereich Agristat des Schweizerischen Bauernverbandes jeweils zwischen Februar und August mehrere Schätzungen der Anbauflächen und der Ernten von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen vornehmen. Grundlagen der Schätzung bilden Saatgutverkäufe, Stichprobenerhebungen bei rund 1‘000 Getreide- und Ölsaatenproduzenten sowie die Ergebnisse der eidgenössischen Betriebsstrukturerhebung.

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