3.07.2014 10:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Gerste und Futterweizen: Höhere Erträge erwartet
Die Branchenorganisation Swiss Granum gab am Mittwoch ihre letzte Ernteschätzung bekannt. Die Erträge wurden gegenüber der 2. Schätzung von Ende Mai leicht gegen oben angepasst. Die Ernteprognose für Getreide bewegt sich in der Grössenordnung des Jahres 2012. Die Ölsaaten- und Eiweisspflanzenernte wird höher eingeschätzt als im Vorjahr.

Für 2014 schätzt Swiss Granum die mahlfähige Brotgetreidemenge auf 419‘000 Tonnen ein. Das sind 3000 Tonnen mehr als Ende Mai. Beim Brotgetreide kann mit einer, verglichen mit den Vorjahren, stabilen Erntemenge gerechnet werden, schreibt die Branchenorganisation. Die Brotweizenernte wird auf 396‘600 Tonnen geschätzt. Das wären rund 4000 Tonnen mehr als 2013. Die Anbaufläche ist rund 700 ha tiefer und beträgt 76‘800 ha.

Weniger Fläche, höherer Ertrag

Die Dinkelernte liegt mit 13‘000 Tonnen höher als im Vorjahr  (11‘200 t). Die Anbaufläche wurde um knapp 300 ha ausgedehnt. Die Roggenernte dürfte leicht von 8‘900 auf 8‘500 Tonnen abnehmen. Die Anbaufläche ist im Vergleich minim höher (+42 ha auf 1‘900 ha).

Die Erntemenge an mahlfähigem Brotgetreide wird insgesamt auf rund 419‘000 t geschätzt. Die Ernte 2013 belief sich auf 413‘000 Tonnen. Die Anbaufläche reduzierte sich leicht um 400 ha auf 82‘440 ha.

Anbauflächen bei Gerste und Futterweizen weiter rückläufig

Der geschätzte Futterweizenertrag liegt mit 55‘300 Tonnen leicht höher als 2013 (+ 6,4%). Die Anbaufläche ist aber weiterhin rückläufig. Diese reduzierte sich um weitere 300 ha auf rund 8‘000 ha. 2011 wurde noch auf 9‘000 ha Futterweizen angebaut. Mit 176‘400 Tonnen liegt die erwartete Gerstenernte (+ 9.8%) deutlich über der Menge des Vorjahres. Das Futtergetreide wurde auf 28‘150 ha angebaut, das sind rund 500 ha weniger als 2013.

Ebenfalls höhere Erntemengen werden im Vergleich zum Vorjahr beim Hafer (+ 15,5% auf 8‘000 t) und bei der Triticale (+ 8,2% auf 52‘900 t) erwartet. Die Anbauflächen beim Hafer nahm leicht zu (+27 ha auf 1‘700 ha), jene bei der Triticale ist weiter rückläufig (-159 ha auf 9‘000 ha). Noch im Jahr 2010 wurde auf einer Fläche von 10‘274 ha Triticale kultiviert.

Für eine genaue Prognose der Körnermaisernte ist es noch zu früh, schreibt Swiss Granum. Die aktuelle Schätzung liegt mit 155‘900 Tonnen (2013: 123‘900 t) auf dem Niveau des Jahres 2011. Die Anbaufläche wurde deutlich ausgedehnt und beträgt neu 16‘500 ha (2013: 15‘053 ha).

Die Futtergetreideernte 2014 wird auf rund 488‘200 t geschätzt. Darin inbegriffen ist ebenfalls die nicht mahlfähige Menge an Brotgetreide, welche auf  35‘500 t veranschlagt wird. Bei optimalem Witterungsverlauf und guten Erntebedingungen kann ein Teil dieser Menge im Mahlgetreidesektor abgesetzt werden, betont Swiss Granum.

Mehr Raps ausgesät

Die Rapsernte wird mit 79‘400 Tonnen höher als im Vorjahr geschätzt (+ 9,6%). Die Anbaufläche wurde um 1‘000 ha auf 23‘200 ha ausgedehnt. Die Sonnenblumenernte bewegt sich mit 11‘300 Tonnen deutlich über dem Vorjahresniveau (+ 31,5%). Die Anbaufläche ist leicht um 200 ha auf 3‘700 ha gesunken. Insgesamt ist bei den Ölsaaten mengenmässig mit 95‘500 Tonnen eine Zunahme verglichen mit den Vorjahren zu erwarten. Die Anbaufläche wurde um 700 ha auf 28‘550 ha ausgedehnt. Das sind knapp 2‘000 ha mehr als 2010.

Bei den Eiweisserbsen und somit auch bei den Eiweissträgern insgesamt wird ein Anstieg erwartet (+ 11,9%). Die geschätzte Menge beträgt 15‘200 Tonnen. Die Anbaufläche liegt mit 4‘010 ha rund 100 ha tiefer als im Vorjahr.

Die Aussagen zu den Erntemengen 2014 sind immer noch mit entsprechender Vorsicht zu geniessen, da die theoretischen Ernteschätzungen von der Praxis abweichen können.

Ernteschätzungen von Swiss Granum

Swiss granum lässt vom Geschäftsbereich Agristat des Schweizerischen Bauernverbandes jeweils zwischen Februar und August mehrere Schätzungen der Anbauflächen und der Ernten von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen vornehmen. Grundlagen der Schätzung bilden Saatgutverkäufe, Stichprobenerhebungen bei rund 1‘000 Getreide- und Ölsaatenprodu-zenten sowie die Ergebnisse der eidgenössischen Betriebsstrukturerhebung. Daneben werden weitere Parameter, wie et-wa die klimatischen Bedingungen bei der Aussaat, die Saatgutrestposten oder die tatsächlich angebauten Flächen der vorangehenden Jahre bei den Schätzungen berücksichtigt.

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