20.04.2015 19:14
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Futtergetreidefläche nimmt weiter ab
Die Branchenorganisation Swiss Granum hat am Montag eine erste Ernteschätzung publiziert. Beim Futtergetreide nimmt die Fläche laut Prognose um 900 ha gegenüber dem Vorjahr ab. Beim Brotgetreide wird mit stabilen Verhältnissen gerechnet, beim Raps und den Eiweisserbsen wird eine Zunahme erwartet.

Beim Futtergetreide gehe damit der Rückgang weiter, schreibt Swiss Granum in einer Medienmitteilung. Die Futtergetreidefläche hat sich von 2011 bis 2015 um knapp 4000 ha auf insgesamt 60'740 ha reduziert. Swiss Granum geht insgesamt von einer Futtergetreideernte in der Höhe von 460'000 Tonnen aus, was 6 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten vier Jahre liegen würde. In dieser Menge nicht inbegriffen ist mahlfähiges Brotgetreide (30'000 Tonnen).

Futterweizen und Triticale rückläufig

Deutlich ist der Rückgang beim Futterweizen. Die Fläche nimmt gegenüber dem Vorjahr um fast 1000 auf 7‘400 Hektaren ab. 2011 lag die Anbaufläche noch bei über 9‘000 ha. Neben Futterweizen wird auch bei Triticale mit einem Flächenrückgang gerechnet. Hier beträgt das Minus knapp 250 ha. Die bestellte Fläche liegt nun bei 8‘000 ha. 2011 wurde noch auf einer Fläche von 9‘700 ha Triticale angebaut.

Eine Zunahme der Anbaufläche ist bei der Gerste zu beobachten. Im Vergleich zum Vorjahr steigt diese um 400  auf 27‘600 ha. Leicht zunehmen dürfte auch die Fläche beim Körnermais. Das Plus beträgt 300 ha (Gesamtfläche: 16‘000 ha). Die Anbaufläche von Körnermais weist grössere Schwankungen auf. „Dies weil aufgrund von Witterungseinflüssen die effektiv als Körnermais geerntete von der prognostizierten Fläche abweichen kann“, so Swiss Granum.

Mehr Weizen Klasse I und II

Beim Brotweizen wird mit stabilen Flächen gerechnet. Die Anbaufläche reduziert sich minim um 300 ha. Rückläufig ist die Fläche beim Brotweizen. Das Minus beträgt knapp 800 ha. (Fläche: 75‘500 ha). Bei den Anteilen der Qualitätsklassen zeigen sich Verschiebungen im Vergleich zu den Vorjahren. Der Anbau der Klasse TOP geht zugunsten der Klassen I und II zurück. Den grössten Anteil weist nach wie vor die Klasse Top mit 49.1% (2014: 53.8%) auf, gefolgt von der Klasse I mit 38.6% (2014: 35.3%) sowie der Klasse II mit 11.1% (2014: 9.4%).

Zunehmend sind die Anbauflächen beim Dinkel (+500 ha auf 4100 ha) und beim Roggen (+80 ha auf 2000 ha). Beim Dinkel ist die Fläche wieder auf den Wert wie im Jahr 2011 angewachsen. Zum Zeitpunkt der Schätzung waren jedoch die Saatgutverkäufe von Sommergetreide noch nicht bekannt, hält Swiss Granum fest. Die Erntemenge wird auf insgesamt rund 420'000 Tonnen mahlfähiges Brotgetreide geschätzt. Das entspricht in etwa den Werten von 2011 bis 2013

Erneut mehr Raps

Beim Raps wird erneut von einer höheren Anbaufläche von 450 ha ausgegangen. Diese dürfte damit auf 23'700 Hektaren ansteigen. Bei Sonnenblumen und Soja bleibt die Entwicklung stabil, die Flächen werden auf 3'700 resp. 1'450 Hektaren geschätzt. Die Sonnenblumenfläche nimmt damit leicht um 200 ha ab, bei der Soja bleiben die Flächen stabil.

Bei den Ölsaaten wird mit 94'100 Tonnen gerechnet, was zwar unter der Rekordernte 2014 liegen würde, jedoch 10 Prozent mehr wäre als im Schnitt der Jahre 2011 bis 2013. Bei der Interpretation der Resultate gelte es zu beachten, dass die Schätzungen provisorisch seien und eine erste Prognose darstellten, schreibt Swiss Granum. Genaue Angaben zu den Saatgutverkäufen von Sommergetreide sind noch nicht enthalten.

Die Flächen und Erntemengen 2015 der Eiweisserbsen steigen um knapp 300 ha respektive 1‘500 t an, die übrigen Eiweisspflanzen (Ackerbohne: 450 ha; Lupinen: 75 ha) bleiben gemäss den ersten Schätzungen stabil analog der Vorjahre.

Ernteschätzungen von Swiss Granum

Swiss Granum lässt vom Geschäftsbereich Agristat des Schweizerischen Bauernverbandes jeweils zwischen Februar und August mehrere Schätzungen der Anbauflächen und der Ernten von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen vornehmen. Grundlagen der Schätzung bilden Saatgutverkäufe, Stichprobenerhebungen bei rund 1‘000 Getreide- und Ölsaatenproduzenten sowie die Ergebnisse der eidgenössischen Betriebsstrukturerhebung. Daneben werden weitere Parameter, wie etwa die klimatischen Bedingungen bei der Aussaat, die Saatgutrestposten oder die tatsächlich angebauten Flächen der vorangehenden Jahre bei den Schätzungen berücksichtigt.

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