5.03.2018 14:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Fruchtfolgeflächen: Neue Karte
Das Inventar der Fruchtfolgeflächen des Kantons Bern weist Lücken und Unschärfen auf. Das hat die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des bernischen Grossen Rats festgestellt. Sie begrüsst deshalb, dass die Kantonsverwaltung eine neue Bodenkarte des Kantons erstellen will.

Wie der bernische Grosse Rat am Montag mitteilte, ist vorgesehen, dass das kantonale Amt für Landwirtschaft und Natur (Lanat) die Karte erstellt. Ein Detailkonzept soll im ersten Quartal 2019 vorliegen. Sobald das Konzept vorliegt, will sich die GPK erneut mit den Fruchtfolgeflächen (FFF) und dem Kartenkonzept befassen.

FFF müssen erhoben werden

Die Kommission hatte Anfang 2017 entschieden zu prüfen, wie die kantonale Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) den eidgenössischen Sachplan FFF umsetzt. Die Kantone sind gesetzlich verpflichtet, die FFF zu erheben und sie müssen den vom Bund vorgegebenen FFF-Mindestumfang erhalten.

Bei Fruchtfolgeflächen handelt es sich um besonders wertvolles Kulturland. Mit einer Änderung des Baugesetzes hat der Kanton Bern 2016 den Schutz der FFF gesetzlich geregelt. In diesem Gesetz steht beispielsweise, dass Fruchtfolgeflächen nur dann eingezont werden dürfen, wenn ein auch aus Sicht des Kantons wichtiges Ziel ohne FFF-Beanspruchung nicht sinnvoll erreicht werden kann.

Nur dank Nachkartierung genügend FFF

Bei ihrer Arbeit hat die bernische GPK unter anderem festgestellt, dass der Kanton Bern nur dank einer Nachkartierung von zusätzlichen 3700 Hektaren FFF in voralpinen Hügelzonen den vom Bund vorgegebenen FFF-Minimalwert einhält. Derzeit liege der Kanton Bern knapp über der Mindestvorgabe.

Der Kanton Bern muss laut GPK-Vizepräsident Fritz Ruchti (Seewil/SVP) rund 85'000 Hektaren FFF von gesamtschweizerisch rund 440'000 Hektaren aufweisen. Das sagte Ruchti am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Unschärfen weist das bernische FFF-Inventar auf, weil es laut der Grossratsmitteilung "historisch gewachsen" ist. Ein weiterer Grund sei, dass der Bund erst Jahre nach der Bestimmung der Mindestmenge Kriterien für die FFF festgelegt habe.

Nicht mehr Fläche verlieren

Die GPK handelt auch aus Sorge um die FFF: Trotz der gesetzlichen Vorschriften dürften im Kanton Bern Jahr für Jahr immer noch rund 50 Hektaren FFF "unwiederbringlich verloren gehen", schreibt sie. Der FFF-Bestand dürfe "nicht mehr substanziell kleiner werden". Die JGK solle dafür sorgen, dass weitere Verluste verhindert würden.

2015 hatte die GPK des Nationalrats den Bundesrat aufgefordert, in Sachen FFF aktiv zu werden. Jahr für Jahr gingen in der Schweiz rund 3400 Hektaren Kulturland verloren. Der Bundesrat setzte deshalb 2016 eine Expertengruppe ein, die aufgrund der Stärken und Schwächen des bisherigen Sachplans Möglichkeiten für einen besseren Kulturlandschutz aufzeigen und Empfehlungen formulieren soll.

GPK kritisiert den Bund

Die GPK des bernischen Grossen Rats erwartet nun, dass der Bund klare Kriterien für die Definition von FFF festlegt, an die sich alle Kantone halten. Die Expertengruppe solle auch "in absehbarer Zeit" zu einem Abschluss kommen. "Nicht nachvollziehbar" sei, wie schwach die Kantone und der Kanton Bern als grösster Agrarkanton in dieser Gruppe vertreten seien.

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