3.07.2016 06:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Wetter
Erträge fallen ins Wasser
Die Folgen der letzten beiden Regenwetter-Monate zeigen sich immer deutlicher. Die Erbsen faulen, die Rüben kümmern, Weizen und Kartoffeln sind von Pilzen befallen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) will den Bauern nicht entgegenkommen.

Bei den Ackerbauberatern der Fenaco laufen die Telefone heiss. «Wir erhalten viele Anfragen von Bauern, die fragen, was sie mit ersoffenen Kulturen wie etwa den Eiweisserbsen machen sollen», sagt Mike Bauert von UFA Samen. «Das Problem: Wer die Erbsen abschlegelt, erhält keinen Einzelkulturbeitrag.»

Höchstens mittlere Rübenerträge

Diese Tatsache bestätigt Jonas Plattner vom Bundesamt für Landwirtschaft: «Es werden keine Beiträge ausgerichtet, wenn die Flächen vor ihrem Reifezustand oder nicht zur Körnergewinnung geerntet werden. Die einzige Ausnahme besteht bei einem Hagelschlag unmittelbar vor der Ernte. Für Felder mit Schäden aufgrund der Niederschläge können nur Beiträge ausgerichtet werden, wenn sie gedroschen werden.»

Die Rüben faulen zwar (noch) nicht. Doch Samuel Jenni von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau sorgt sich trotzdem: «Regen, Hagel, Sonnenmangel und Verschlämmung haben die Zuckerrüben getroffen. Wir erwarten höchstens mittlere Rübenerträge zwischen 70 und 80 Tonnen je Hektare, stellenweise deutlich weniger.» Trotz der trüben Wetteraussichten rät er davon ab, die Rüben unterzupflügen: «Für eine Ersatzkultur ist es zu spät.»

Gelbrost beim Weizen

Getreide und Raps sind kurz vor der Ernte. Pierre-Yves Perrin, Geschäftsführer des Getreideproduzentenverbandes: «Die letzte Ernteschätzung von Ende Mai ging von einer mittleren Getreidemenge aus. Aufgrund des schlechten Wetters im Juni rechnen wir nicht mit Überschüssen beim Brotgetreide.»

Der Gelbrost habe dem Weizen und dem Dinkel stark zugesetzt, so Perrin. «Der Krankheitsdruck ist sehr hoch, und die Auswirkungen auf Menge und Qualität der Ernte sind schwer vorauszusagen. Mykotoxine könnten dieses Jahr ein Thema sein. Beim Raps und bei der Gerste sind die Aussichten deutlich besser.»

Kleine Kartoffelernte erwartet

Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzenten, geht dieses Jahr von einer kleinen Kartoffelmenge aus: «Erst diese Woche wurden die letzten Knollen gepflanzt. Und die Krautfäule hat bereits ganze Felder vernichtet. Ein Teil der Flächen wird wohl gar nicht zur Ernte kommen.»

Das sei aber erst der Anfang, so Fischer. Die Kartoffelproduzenten seien unter Druck: «Es ist möglich, dass die Anbaubereitschaft für die kapitalintensive Kultur nach zwei so schwierigen Jahren 2017 zurückgeht.» 

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