29.09.2016 16:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Ernteversicherung soll Sicherheit bringen
Die Österreichische Hagelversicherung hat jetzt den heimischen Landwirten rückwirkend den Prämienanteil zurückgezahlt, der seit diesem Jahr durch den Ausbau der Versicherungssysteme von der öffentlichen Hand getragen wird.

Wie das Wiener Landwirtschaftsministerium vergangene Woche mitteilte, profitieren davon rund 43'400 Betriebe, also fast 80% der versicherten Landwirte. Laut Ministerium wurde auf Betreiben von Ressortchef Andrä Rupprechter sowie der Präsidenten des Bauernbundes, Jakob Auer, und der Landwirtschaftskammer, Hermann Schultes, die staatliche Bezuschussung der Versicherungsprämien auf Dürre, Sturm und starke oder anhaltende Regenfälle ausgeweitet.

Durch das attraktivere Versicherungssystem soll die Zahl der versicherten Landwirte deutlich erhöht werden. Um die Bauern bei der eigenständige Risikovorsorge zu unterstützen, will Rupprechter bis zum Jahr 2020 insgesamt 76 Mio. Euro (83,6 Mio. Fr.) zusätzlich zur Verfügung stellen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wird die Mehrgefahrenversicherung von der Hagelversicherung kontinuierlich ausgebaut. In diesem Jahr sei erstmals ein umfassendes Angebot für eine Dürreindex-Mais-Versicherung erarbeitet worden. Diese Versicherung solle bei jenen Flächen greifen, welche die Ertragsgrenzen bisher nicht erreicht hätten.

Für 2017 sei zudem eine Dürreindexversicherung für Winterweizen und Zuckerrüben geplant. Darüber hinaus solle die Frostversicherung im Obstbau auf verschiedene Steinobst- und Beerenobstarten ausgeweitet werden. Eine Versicherung gegen Ertragsverluste durch Hochwasserschäden an landwirtschaftlichen Kulturen sei ebenfalls in Ausarbeitung. Das österreichische Agrarversicherungssystem basiert dem Ministerium zufolge auf einer öffentlich-privaten Partnerschaft.

Dabei würden die Versicherungsprämien der Landwirte für bestimmte Risiken zur Hälfte durch den Bund und die Länder gefördert. Die optimierte Ernteversicherung und öffentliche Zuschüsse bei den Versicherungsprämien gäben den Bauern zusätzliche Sicherheit und entlasteten gleichzeitig den Katastrophenfonds. Sofern eine Versicherung der betroffenen Kulturen möglich sei, solle es für die Landwirte bei witterungsbedingen Schäden zukünftig keine zusätzlichen Zahlungen aus dem Katastrophenfonds geben.

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