18.01.2015 08:31
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Getreide
Erfolge bei Emmer- und Dinkelresistenzforschung
Bereits in naher Zukunft rechnen Wissenschaftler der Universität Hohenheim mit ersten resistenten Emmer- und Dinkelsorten für den Biolandbau in Mitteleuropa. Anlass hierfür sind jüngste Forschungserfolge, bei denen für beide Getreidearten „vielversprechendes Zuchtmaterial“ identifiziert werden konnte.

Wie die Hochschule mitteilte, befinden sich bei Emmer derzeit zwei der vielversprechenden Sorten im Zulassungsverfahren. Sie dürften schon in rund zwei Jahren auf den Markt kommen. Bis weitere Sorten folgen können, müssten die Forscher die Resistenzen aber erst noch weiter untersuchen und gezielt einkreuzen.

Für diese Arbeiten seien mindestens fünf Jahre angesetzt; so lange müssten sich Ökobauern noch gedulden. Laut Universität Hohenheim finden die Weizenarten Emmer und Dinkel im Biolandbau immer mehr Anhänger. Allerdings stellten vor allem einige Pilzkrankheiten für den Ökoanbau eine große Herausforderung dar; bei alten Weizenarten wie Emmer und Dinkel zählten der Steinbrand und der nahverwandte Zwergsteinbrand dazu. „Die Brandkrankheiten sind im ökologischen Anbau besonders schwer in den Griff zu bekommen“, erklärte Dr. Friedrich  Longin  von der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim. Brandpilze bedrohten weniger den Kornertrag als die Staatgutproduktion; bereits wenige infizierte Ähren pro Quadratmeter genügten zur Aberkennung des gesamten Feldes. Longin sieht vor allem im Steinbrand eine Gefahr, während der Zwergsteinbrand als bodenbürtiger Pilz primär ein regionales Problem sei.

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