23.07.2016 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Getreide
Einzelkornsaat mit höheren Erträge
Mit der Einzelkornsaat im Getreide sind offenbar höhere Körnererträge zu erzielen als mit Drillsaat. Das geht aus einem dreijährigen Parzellenversuch von KWS Getreide zusammen mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern und der Kverneland Group hervor.

Vorgenommen wurde der Einzelkornsaatversuch von 2013 bis 2015 an neun Standorten für Roggen und an fünf Standorten für Weizen in Nord- und Ostdeutschland, um unterschiedliche Böden und Witterungslagen abzudecken. Wie die KWS Lochow vergangene Woche dazu weiter mitteilte, unterschieden sich die erfassten Ertragsparameter wie ährentragende Halme und Tausendkornmasse kaum zwischen den Saatverfahren sowohl beim Weizen als auch beim Roggen.

Der Ertragsvorteil der Einzelkornsaat gegenüber der Drillsaat sei in dieser Versuchsreihe durch die deutlich erhöhte Kornzahl je Ähre zu erklären. Ertraglich sei die Einzelkornsaat der Drillsaat im Durchschnitt über alle Jahre und Orte überlegen. Der Ertragsvorsprung habe beim Roggen in den praxisüblichen Varianten mit 120 bis 200 keimfähigen Körnern pro Quadratmeter bei 4 % gelegen, bei Weizen seien es mit 200 keimfähigen Körnern/m² 3 % gewesen, berichtete KWS Lochow.

Bei Betrachtung der Einzeljahre habe sich gezeigt, dass der Effekt in den Jahren mit insgesamt höherem Ertragsniveau wider Erwarten grösser gewesen sei als in Jahren mit einem geringerem Ertragsniveau. Auch seien die Effekte der Einzelkornsaat auf leichteren Böden nicht einheitlich höher als auf besseren Schlägen gewesen. Das Unternehmen gab zu bedenken, dass neben den eigentlichen Ertragseffekten weitere Faktoren zu berücksichtigen seien, um eine ökonomische Gesamtbewertung der Einzelkornsaat vornehmen zu können.

So könnte sich durch die optimale Standraumverteilung das Mikroklima im Bestand durch eine bessere Belüftung verbessern. In der Folge wäre eine kostengünstigere Bestandsführung mit weniger Krankheiten und dementsprechend weniger Pflanzenschutzmittelanwendungen zu erwarten. Auch eine Verringerung des Stickstoffeinsatzes sei durch eine bessere Ausnutzung der Nährstoff- undWasservorräte möglich.

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