9.06.2018 15:45
Quelle: schweizerbauer.ch - Sandra Flückiger
Feldtagung
Der Roboter hackt und spritzt
Die zunehmende Skepsis der Bevölkerung gegenüber chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln ruft nach deren vermindertem Einsatz. Neue Lösungen im Ackerbau sind gefragt. Roboter sollen dabei helfen.

Das Thema Pflanzenschutz ist brandaktuell. Die Landwirte kamen denn auch in Scharen an die Feldtagung am Inforama Rütti in Zollikofen vom letzten Dienstagnachmittag. Der Grossaufmarsch liess die Organisatoren, die bestens gewappnet waren, an die Grenzen stossen. An mehreren Posten wurden verschiedene Anbauverfahren mit Herbizidreduktion oder – verzicht in Mais und Zuckerrüben vorgestellt.

Ebenso wurden der reduzierte Fungizideinsatz im Getreide und präzise Applikationstechniken zum Beispiel mittels Drohne thematisiert. Der Einsatz von Robotern soll in Zukunft, nach bereits erfolgter erfolgreicher Einführung auf dem Hof beim Melken oder etwa bei der Futterbereitstellung, nun auch im Feld den Bauer entlasten und mithelfen, die Umwelt zu schonen.

Mehr als 300 Interessierte lauschten der Eröffnungsrede des Volkswirtschaftsdirektors Christoph Amman, der direkt von der Session auf die Rütti kam, und damit das Interesse und die Unterstützung des Kantons Bern an der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln unterstrich. „Wir müssen die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam angehen“, so der Regierungsrat. Ammann will nicht, dass die aktuellen Volksinitiativen angenommen werden. Diese sind für ihn nicht zielführend.

 Gemeinsam mit den Landwirten, dem Berner Bauernverband und den Ausbildungs- und Forschungsstätten gelte es, eine produzierende, nachhaltige Landwirtschaft voran zu bringen. Die hohe Beteiligung am Berner Pflanzenschutzprojekt zeige, dass die Bauern an Lösungen für die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln interessiert seien, freute er sich. Im Visier habe der Kanton klar drei Ziele: Erstens den Einsatz chemisch-synthetischer Mittel zu verringern, zweitens die Gewässereinträge zu reduzieren und drittens das Produktionsvolumen gleich hoch zu behalten.

Neue Technologien würden dabei eine entscheidende Rolle spielen, gab sich Christoph Amman überzeugt. Beispiele  wurden im Anschluss im Feld vorgestellt. So sollen Roboter in Zukunft jäten und hacken.

Nebst dem kleinen Oz-Roboter von Naïo-Technologies, der für die Unkrautregulierung  zwischen zwei Reihen von mindestens 65 cm Abstand eingesetzt werden kann, wurde in Zollikofen ein ganz neuer, grösserer Roboter vorgeführt, der Naïo dino. Entwickelt für den Gemüsebau, wurde er mit zwei einfachen Hackelementen an der Feldtagung in einer Maiskultur gezeigt. Er ist 800 kg schwer und arbeitet mit Akkus während bis zu 10 Stunden autonom, gesteuert über GPS mit bei der Saat aufgezeichneten Daten.

 

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