14.06.2016 07:36
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Landwirtschaft erleidet hohe Unwetterschäden
Unwetter mit Starkregen, Hagel und Orkanböen haben der deutschen Landwirtschaft in den vergangenen Wochen Verluste in zweistelliger Millionenhöhe zugefügt. So bezifferte die Vereinigte Hagelversicherung VVaG den Schaden am vergangenen Freitag auf mindestens 30 Mio. Euro (32,7 Mio. Fr.).

Insgesamt 87'000 ha sind dem Unternehmen bundesweit als geschädigt gemeldet worden, was rund 24'000 einzelnen Feldstücken entspricht. Betroffen seien alle Kulturen. Im Ackerbau hätten die Unwetter vor allem Getreide, Raps, Ackerbohnen, Mais und Rüben getroffen. Bei den Sonderkulturen lägen die Schwerpunkte bei Erdbeeren, Kernobst, Steinobst und Strauchbeeren sowie bei Kohl, Salat und Spinat. Darüber hinaus seien Weintrauben und Hopfen in Mitleidenschaft gezogen worden.

Neben Hagel habe vor allem Starkregen zu schweren Schäden geführt, hob die Hagelversicherung hervor. So seien Kartoffeldämme freigespült und frisch aufgelaufene Mais- und Zuckerrübenbestände verschlämmt worden. Wintergerste sei ins Lager gegangen und könne voraussichtlich nicht mehr gedroschen werden. Während 70 bis 80 Prozent der Landwirte gegen Hagel versichert seien, habe sich Versicherung gegen Starkregen bei weitem noch nicht so stark verbreitet, erklärte das Unternehmen.

Deshalb müssten viele Bauern den Schaden nun selbst tragen. Dies hätten die Betroffenen in den Medien wiederholt beklagt und Soforthilfen gefordert. Allerdings seien Ackerbaukulturen seit mittlerweile fast zehn Jahren mit wenigen Ausnahmen sowie viele Obst- und Gemüsekulturen im Rahmen der Mehrgefahrenversicherung auch gegen Starkregen versicherbar. Deshalb dürfte jetzt und zukünftig nicht mit Soforthilfen für versicherbare Risiken zu rechnen sein, betonte die Vereinigte Hagel.

Für die zusätzliche Absicherung gegen Starkregen falle seit drei Jahren keine höhere Steuer mehr an. Neben der direkten Einwirkung des Regens seien auch die Folgen durch stehendes Wasser beitragsfrei mitversichert. Nicht abgedeckt seien aber derzeit noch die Folgen von Hochwasser und Überflutung.

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