30.09.2018 09:35
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Kartoffelernte 25% kleiner
Die Hitze und Trockenheit des Sommers 2018 werden in diesem Jahr zu einem sehr kleinen Kartoffelangebot führen. Wie das deutsche Agrarministerium am vergangenen Mittwoch mitteilte, rechnet der Sachverständigenausschuss von Bund und Ländern mit einem voraussichtlichen Rodeergebnis von 8,7 Mio. t.

Das wären rund 3 Mio. t oder 25 % weniger als 2017. Allerdings könne das endgültige Ergebnis davon abweichen, da die Haupternte noch im Gange sei. 

Das schwache Produktionsergebnis lasten die Experten allein den unvorteilhaften Witterungsverhältnissen an, denn die deutsche Anbaufläche war mit 250'200 ha im Vorjahresvergleich nahezu unverändert geblieben. Vor allem bei den mittleren und späten Kartoffelsorten habe die lang anhaltende Dürreperiode zu Mengen- und Qualitätseinbussen geführt, soweit nicht durch Beregnung gegengesteuert worden sei. Die derzeitigen Rodeergebnisse liegen laut Ministerium mit durchschnittlich 350 dt/ha um 118 dt oder rund ein Viertel unter dem Niveau der Vorsaison. Ähnlich niedrige Erträge habe es zuletzt im Jahr 2003 gegeben. 

Das Berliner Agrarressort berichtete weiter, dass in Ostdeutschland die Produktionseinbussen besonders gross ausgefallen seien, während es vor allem in Süddeutschland Standorte mit durchaus zufriedenstellenden Erträgen gebe. Weniger betroffen von den Witterungseinflüssen sei auch die Frühkartoffelernte geblieben. Dort, wo es im Bundesgebiet in den vergangenen Wochen ausreichend Niederschläge gegeben habe, herrschten derzeit gute Rodebedingungen, so das Ministerium. An anderen Standorten würden hingegen die noch zu trockenen Böden den Fortgang der Erntearbeiten behindern. 

In anderen wichtigen nordwesteuropäischen Kartoffelanbaugebieten wie Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden und Belgien ist aufgrund des heissen Sommers Analysten zufolge ebenfalls mit einer spürbar geringeren Kartoffelerzeugung als 2017 zu rechnen. Die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) ging zuletzt davon aus, dass die diesjährige Erntemenge in diesen Ländern einschliesslich Deutschland zwischen 23,5 Mio. t und 24,0 Mio. t liegen wird und damit das Vorjahresergebnis um 18% unterschreitet. Hinzu kämen Qualitätsprobleme wie Durchwuchs, weshalb weitere 5% bis 10% der Ernte kaum zu verwerten seien.

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