25.08.2014 08:33
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Gute Ernte bringt schlechte Preise
Die diesjährige Frühkartoffelernte hat den deutschen Produzenten gute Mengen und Qualitäten gebracht. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) am Dienstag vergangener Woche mitteilte, trifft dies auf Produzentenpreise aber nicht zu.

„Wenn im Kartoffelanbau nicht einmal die Kosten gedeckt werden können, werden einige Berufskollegen zukünftig in den Anbau anderer Ackerkulturen einsteigen“, warnte der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses für Kartoffeln, Martin Umhau. Nun hofften die Bauern auf die Haupternte, die in diesen Tagen beginne.

Für diese sieht es laut DBV hinsichtlich Qualitäten und Mengen bisher ebenfalls gut aus. Allerdings würden die Rodearbeiten immer wieder durch Regenschauer unterbrochen. Der Bauernverband erwartet für die Saison 2014 eine höhere Kartoffelernte als im vergangenen Jahr, als die Landwirte insgesamt 9,67 Mio. t aus der Erde holten. Das langjährige Mittel beläuft sich auf rund 11 Mio. t.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt die diesjährige Kartoffelanbaufläche in Deutschland mit 245'100 ha etwas über dem Vorjahresniveau. Langfristig geht der Kartoffelanbau in Deutschland aber immer weiter zurück, was vor allem auf die geringere Produktion von Stärkekartoffeln zurückzuführen ist.

Mit Blick auf die Produzentenpreise werden die Bauern diese Erntesaison vermutlich nicht in bester Erinnerung behalten. Der durchschnittliche Erlös je Dezitonne Kartoffeln bewegt sich laut DBV derzeit zwischen 10 Euro und 12 Euro (12,20 Fr. bis 14,60 Fr.) und liegt damit trotz bester Qualitäten auf einem extrem niedrigen Niveau. Im vergangenen Jahr hatten die Kartoffelbauern noch mehr als 30 Euro/dt (36,60 Fr.) für die freie Ware erhalten.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE