13.08.2013 18:02
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Getreide
Brotweizen-Ernte rund 10 Prozent tiefer als 2012
Die Getreideernte fällt dieses Jahr nicht so schlecht aus, wie die Bauern nach dem nass-kalten Frühlingswetter befürchtet hatten. Die Mengen sind aber mit Ausnahme des Raps wohl kleiner als im letzten Jahr.

«Angesichts der misslichen Verhältnisse im Frühling ist die Ernte wider Erwarten gut ausgefallen», sagte Swiss Granum-Direktor Stephan Scheuner am Dienstag der Nachrichtenagentur sda. Mit Ausnahme von einzelnen Parzellen ist die Raps- und Weizenernte im Flachland beendet. In Höhenlagen bleiben 10 bis 20 Prozent des Rapses und 20 bis 30 Prozent des Weizens abzuliefern, heisst es im Communiqué der Swiss Granum von Dienstag.  

Erträge variieren stark
 
Bei Brotweizen dürfte der Ertrag mit 355'000 Tonnen rund 10 Prozent tiefer ausfallen als im letzten Jahr. Damit deckt sich die Schätzung der Branchenorganisation von jener des "Schweizer Bauer" in der vergangenen Woche. Der "Schweizer Bauer" ging von einer 10 bis 20 Prozent tieferen Ernte aus.

Die Erträge sind nach Angaben von Swiss Granum je nach Region sehr heterogen aus. In einigen Fällen wurden sehr gute Erträge im Extenso-Anbau erreicht (bis 70 dt/ha), und auf der anderen Seite schwache Erträge im ÖLN-Anbau (<50 dt/ha). Diese Erträge bewegen in einer Spannweite zwischen 30 und 90 dt/ha. Beim Extenso-Anbau lagen die Durchschnittserträge zwischen 40 und 55 dt/ha, bei ÖLN-Anbau wurden zwischen 60 und 80 dt/ha gemessen.

Die Hektolitergewichte sind gemäss Swiss Granum sehr gut und bewegen sich zwischen 76 und 87 kg/hl. Der Durchschnittswert liegt zwischen 80 und 82 kg/hl und sind somit höher als 2012 (77 bis 80 kg/hl). Der Regen habe die Werte während der Ernte nur leicht nach unten gezogen. Die Unterschiede zwischen dem Extenso- und ÖLN-Anbau sind sehr klein. Die Fallzahlen sind gut und bewegen sich in den meisten Fällen zwischen 300 und 400 Sekunden. Auch bezüglich Feuchtigkeitsgehalt sind die Resultate erfreulich. Die Durchschnittswerte lagen zwischen 12 und 14 Prozent.

Weniger Futterweizen und Gerste - aber mehr Raps

Bei der Produktion von Futterweizen geht Swiss Granum von einem Rückgang von 8 Prozent auf 51'000 Tonnen aus. Gerste ernten die Bauern wohl rund 160'000 Tonnen - 12 Prozent weniger als 2012. Die vorliegende Schätzung stützt sich auf die übernommenen Mengen bei 33 Sammelstellen, die zusammen rund 30 Prozent des Schweizer Marktes für Gerste sowie je 50 Prozent für Weizen und für Raps abbilden. 

Die kleinere Getreideernte ist nicht nur auf die Witterung zurückzuführen - Futtergetreide wird seit Jahren weniger angbaut. Grund für den Rückgang ist die unbefriedigende Einkommensituation. Seit Jahren schreiben die Produzenten rote Zahlen. Bei Bedarf könnte das Bundesamt für Landwirtschaft einen Einzelkulturbeitrag ausrichten. Ob das Amt dies tut, darf momentan bezweifelt werden. 

Raps dürften die Landwirte dieses Jahr rund 3 Prozent mehr ernten als 2012 - die Experten rechnen mit einem Ertrag von 71'000 Tonnen.

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