19.04.2016 17:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Brotgetreide: Fläche weiter rückläufig
Seit 2013 nimmt die Fläche von Brotgetreide stetig ab. Die Erntemenge wird als stabil geschätzt. Ein Zuwachs ist bei den Flächen von Triticale, Sonnenblumen, Soja sowie Eiweisserbsen zu erwarten. Die geht aus der ersten Ernteschätzung der Branchenorganisation hervor.

Die Anbaufläche des Brotweizen dürfte in dieser Erntesaison im Vergleich zum Vorjahr um 1‘100 ha tiefer ausfallen. Die Fläche beträgt noch 74‘500 ha (72‘500 ha Winterweizen). Bei den Qualitätsklassen gibt es Veränderungen.

Mehr TOP-Weizen und Dinkel

Der Anbau der Klasse TOP nimmt leicht zu, Klasse I geht zugunsten der Klassen II zurück. Den grössten Anteil weist nach wie vor die Klasse Top mit 49,7% (2015: 49,3%) auf, gefolgt von der Klasse I mit 37,8% (2015: 38,5%) sowie der Klasse II mit 12,3% (2015: 11%). Die Erntemenge wird auf 399‘000 Tonnen geschätzt, das wäre der höchste Wert seit 2012 (2015: 387‘600 Tonnen).

Beim Dinkel hingegen wurde die Fläche um knapp 120 ha auf 4‘100 ha ausgedehnt. Die Erntemenge soll gemäss der ersten Schätzung um 1‘600 auf 14‘500 Tonnen ansteigen. Die Flächen beim Roggen sind stabil (1‘900 ha), die Erträge werden um 2000 Tonnen tiefer (9‘200 t) geschätzt als 2015.

Insgesamt werden in der diesjährigen Kampagne 80‘665 ha Brotgetreide (-1040 ha gegenüber 2015) angebaut. Die Erträge dürften um 11‘000 Tonnen aus insgesamt 423‘000 Tonnen ansteigen.

Mehr Triticale ausgesät

Beim Futtergetreide haben die Anbauflächen im Vergleich zum Vorjahr bei den meisten Kulturen zugenommen. Das höchste Plus ist im Vergleich zum Vorjahr beim Körnermais zu erwarten. Swiss Granum erwartet aber aufgrund Witterungseinflüsse noch Schwankungen. Die Fläche dürfte um 2700 ha höher ausfallen als 2015. Die diesjährige Fläche liegt aber unter dem Wert von 2014.

Deutlich mehr ausgesät wurde Triticale. Die Fläche steigt um 550 ha auf 8‘800 ha. „Dies dürfte auf die Auswirkungen der Landschaftsqualitätsbeiträge zurückzuführen sein“, mutmasst Swiss Granum. Die Erntemenge wird auf 50‘800 t geschätzt (+2‘400 t). Stabil bleiben dürften die Gerste- und Haferfläche. Gerste wurde auf 28‘600 ha (2015: 28‘542 ha) ausgesät, der Ertrag wird auf 187‘000 Tonnen (-6‘000 t) geschätzt. 

Weiterhin rückläufig ist Anbaufläche beim Futterweizen. Diese sinkt um 1,9% (260 ha) auf 8‘050 ha. Die Erträge sollen hingegen stabil bleiben. Insgesamt wurde auf 62‘420 ha Futtergetreide ausgesät.

Deutlich weniger Raps

Beim Raps wird für 2016 von einer Anbaufläche von 20‘500 ha ausgegangen. Aufgrund der tieferen Zuteilungsmengen sinkt die Fläche verglichen mit dem Vorjahr um 12.5% (3‘000 ha). Die Erträge werden 12‘500 Tonnen tiefer eingeschätzt. 2016 werden rund 74‘400 Tonnen Raps erwartet.

Eine Zunahme verglichen mit 2015 zeichnet sich bei den Sonnenblumen und beim Soja ab, deren Flächen auf 4‘900 ha resp. 1‘770 ha geschätzt werden. Die Erträge sollen auf 13‘000 Tonnen (+3‘200 t) und 5‘000 t (+900 t) steigen. Die geschätzte Erntemenge der Ölsaaten liegt mit 92‘700 t deutlich tiefer als in den beiden Vorjahren. Sie liegt jedoch immer noch rund 3% höher als im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2015, so Swiss Granum. Insgesamt wurde auf 27'340 ha (-2555 ha gegenüber 2015) angebaut.

Die Flächen und Erntemengen 2016 der Eiweisserbsen steigen um rund 40 auf 4‘400 ha resp. Um 1‘500 t auf 16‘500 t an, die übrigen Eiweisspflanzen bleiben gemäss den ersten Schätzungen stabil analog der Vorjahre.

Ernteschätzungen von Swiss Granum

Swiss Granum lässt vom Geschäftsbereich Agristat des Schweizerischen Bauernverbandes jeweils zwischen Februar und August mehrere Schätzungen der Anbauflächen und der Ernten von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen vornehmen. Grundlagen der Schätzung bilden Saatgutverkäufe, Stichprobenerhebungen bei rund 1‘000 Getreide- und Ölsaatenproduzenten sowie die Ergebnisse der eidgenössischen Betriebsstrukturerhebung.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE