8.01.2020 09:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Peter Imhof, Schweizer Zucker AG
Zuckerrüben
Bedeutende Zuckerimporte nötig
Mit durchschnittlich 81 Tonnen pro Hektare waren die Rübenerträge so hoch wie seit 2014 nicht mehr. Die tiefen Zuckergehalte relativieren jedoch die erfreulichen Erträge. Es werden bedeutende Zuckerimporte nötig.

Nach 92 Tagen wurden in Aarberg am 2. Januar die letzten Rüben den Schneidemaschinen zugeführt. Der Abschluss der Kampagne war von einem Riss im Fundament des Kalkofens geprägt. Unter ständiger Beobachtung konnten die Rübenlieferungen am 1. Januar abgeschlossen werden. 

142'000 Tonnen Rüben eingeführt

In Frauenfeld wurden die letzten Rüben am 3. Januar verarbeitet, nach 105 Tagen Kampagne. Die durchschnittliche Verarbeitungsleistung über beide Werke lag mit 16'200 Tonnen Rüben pro Tag rund 10 Prozent unter dem fünfjährigen Durchschnitt. Nebst der längeren Biokampagne waren dafür vor allem technische Störungen in den Werken sowie die schwierigen Erntebedingungen mit viel Fremdbesatz verantwortlich.

Gesamthaft konnten 1,65 Mio. Tonnen Zuckerrüben verarbeitet werden, und daraus wurden 240'000 Tonnen Zucker produziert. Trotz der Verarbeitung von 142'000 Tonnen konventioneller Rüben aus Deutschland werden bedeutende Zuckerimporte nötig sein, um den Bedarf der SZU-Kunden zu decken. Beim Biozucker kann die Nachfrage mit der Verarbeitung von 70'000 Tonnen Biorüben gedeckt werden.

Hoher Fremdbesatz

Mit durchschnittlich 81 Tonnen pro Hektare waren die Rübenerträge so hoch wie seit 2014 nicht mehr. Die tiefen Zuckergehalte relativieren jedoch die erfreulichen Erträge. In der Ostschweiz konnte ein Zuckerertrag von brutto 14,4 Tonnen (Zuckergehalt 16,7 Prozent, Rübenertrag 86,2 Tonnen/ha) und in der Westschweiz von 12,3 Tonnen (16 Prozent, 77 Tonnen/ha) geerntet werden. Die tiefen Zuckergehalte beeinflussten in Kombination mit den überdurchschnittlichen Gehalten an Alpha-Amino-Stickstoff die technische Ausbeute.

Mit 87,4 Prozent in Aarberg und 88,2 Prozent in Frauenfeld sind die Werte ähnlich tief wie im Vorjahr. Durch die intensiven Niederschläge vom Oktober und November waren sowohl die Rübenernte als auch Verlad und Transport eine Herausforderung. Die schwierigen Bedingungen verursachten einen hohen Fremdbesatz von durchschnittlich ca. 9,5 Prozent.

Flexibilität der Transportorganisationen

Die Rübenlogistik in den Strassenregionen war von Verschiebungen und hohen Liefermengen zum Schluss der Kampagne geprägt. Über die Festtage waren auch Lieferungen an Sonn- und Feiertagen nötig, um die Fabriken zu versorgen. Dies war nur dank der Flexibilität der Transportorganisationen und der betroffenen Pflanzer und Fahrer möglich. Bei der Bahnlogistik erbrachte der Dienstleiter in der Ostschweiz eine ausgezeichnete Leistung. In der Westschweiz konnten deutliche Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. An einzelnen Verladestationen war die Leistung aus verschiedenen Gründen jedoch noch nicht befriedigend.

Schweizer Zucker hofft, dass trotz des schwierigen Jahres möglichst alle Pflanzer im neuen Jahr wieder Rüben anbauen, auch weil sich dank den gestiegenen Zuckerpreisen die Rahmenbedingungen doch deutlich verbessert haben.

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