18.06.2019 15:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Australien
AUS: Getreideernte erneut tief
Die Farmer in Australien werden 2019/20 wieder mehr Wintergetreide als in der katastrophalen Vorsaison einfahren können, doch dürfte die Ernte rund 10 % kleiner als im Zehnjahresmittel ausfallen.

Wie das Australische Amt für die Land- und Rohstoffwirtschaft (ABARES) in einer aktuellen Prognose berichtet, war der Start in die neue Saison in den verschiedenen Landesteilen wegen unterschiedlicher Niederschlagsmengen „gemischt“. Während mehrere Bundesstaaten ausreichend Bodenfeuchtigkeit aufwiesen, sei im wichtigsten Produktionsgebiet Western Australia das Gegenteil der Fall.

Dort hätten die Farmer ihre Anbaufläche für die Winterfrüchte im Vorjahresvergleich um 3 % eingeschränkt, im ganzen Land jedoch im Mittel um 9 % ausgedehnt. Die Analysten aus Canberra erwarten für 2019/20 bei Wintergetreide ein Druschergebnis von insgesamt 36,38 Mio t; das wären knapp 6 Mio t oder 20 % mehr als bei der witterungsbedingten „Missernte“ im Vorjahr.

Hafer soll zulegen

In der vergangenen Dekade hatte das durchschnittliche Druschergebnis noch bei 40,5 Mio t gelegen. Laut ABARES ist nach derzeitigem Stand bei einer um 8 % gewachsenen Anbaufläche mit einem Anstieg der australischen Weizenerzeugung gegenüber dem schwachen Vorjahr um 3,89 Mio t oder 22,5 % auf 21,19 Mio t zu rechnen.

Bei der Gerste soll es ein Plus von 10,6 % auf 9,19 Mio t geben. Die Produktion von Hafer, die im letzten Jahr besonders stark eingebrochen war, soll gegenüber 2018/19 um fast die Hälfte auf 1,31 Mio t zulegen.

Dürre wirkt sich aus

Auch Raps gehörte in der Vorsaison aufgrund der ungünstigen Witterungsbedingungen zu den grossen Verlierern; die Ernte fiel um 44,0 % schlechter als im Jahr zuvor. Nun haben die Farmer die Anbauflächen wieder um rund 6 % aufgestockt und können laut ABARES mit einem Druschergebnis von 2,57 Mio t rechnen, was gegenüber der Vorsaison einen Anstieg von 391 000 t oder fast 18 % bedeuten würde.

Für Sommerfrüchte wie Sorghum, Mais, Reis oder Baumwolle, die praktisch nur in Queensland und New South Wales angebaut werden, erwarten die ABARES-Experten für 2018/19 dürrebedingt einen Ernterückgang gegenüber dem Vorjahr von 35 % auf 2,59 Mio t.

Verantwortlich dafür ist wegen einer mangelnden Wasserversorgung der Einbruch der Baumwollerzeugung um gut die Hälfte sowie das erwartete Produktionsminus bei Reis von 90 %. Die Maiserzeugung soll dagegen moderat um 1,3 % auf 392 000 t steigen. 

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