16.03.2018 09:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Auf 18'000 ha kein Glyphosat
Der Kanton Bern hat 2017 ein Pflanzenschutzprojekt lanciert. Im zweiten Jahr nehmen bereits 3200 Betriebe teil, das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit verschiedenen Massnahmen reduzieren diese Betriebe die negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln insbesondere in Gewässern.

Der Kanton Bern zeigt sich mit dem auf 6 Jahren ausgelegten Projekt zufrieden. «Die Beteiligung am Projekt ist erfreulich und stimmt mit den Projektzielen und den budgetierten Mitteln überein», teilt die Volkswirtschaftsdirektion am Freitag mit. 

Die Hälfte der Ackerbaubetriebe

«Die steigenden Anmeldezahlen zeigen, dass das Projekt bei den Landwirten gut ankommt und der breite Wille besteht, die negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren», lässt sich Regierungsrat und kantonaler Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann in der Mitteilung zitieren.

Die Anzahl teilnehmender Betrieb ist heuer um über 500 auf 3178 angestiegen. Davon werden 178 (+60 gegenüber 2017) biologisch bewirtschaftet. Damit nehmen insgesamt über die Hälfte der hauptberuflichen Berner Ackerbaubetriebe am Projekt teil. Auf insgesamt 21'700 Hektaren werden 10 unterschiedliche Massnahmen umgesetzt, um dem Pflanzenschutzmittelensatz zu optimieren und die Risiken zu reduzieren.

10 Massnahmen

Der Kanton im ersten Jahr hat unter anderem acht spezielle Spritzenfüll- und Waschplätze finanziell unterstützt, bei 33 weiteren Projekten wurden Gelder zugesichert. Diese zur Aufbereitung von Pflanzenschutzmitteln und Entsorgung von Brüheresten sind so gebaut, dass Pflanzenschutzmittel nicht unkontrolliert in die Umwelt und die Gewässer gelangen können.

2017 wurden auf rund 245 Kilometer Querstreifen an Feldrändern verhindert, dass Pflanzenschutzmittel über Strassen und Feldwege in Schächte oder Oberflächengewässer gelangen Vermehrt werden zudem Querstreifen am Feldrand begrünt. Und auf rund 18‘000 Hektaren verzichten die Landwirte auf den Einsatz des Totalherbizids Glyphosat. In diesem Jahr werden den Bauern Hackgeräte oder Roboter vorgeführt, die anstelle von Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden können.

Mehr zum Projekt finden Sie hier

Das Berner Pflanzenschutzprojekt

Das Berner Pflanzenschutzprojekt (2017 bis 2022) soll die Landwirtschaft beim effizienten und umweltschonen-den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterstützen. Das Ziel ist es, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft zu optimieren und damit die Umweltrisiken – insbesondere in Gewässern – ohne massgebliche Beeinträchtigung des Produktionsvolumens zu reduzieren. Die Projektkosten betragen 62,7 Millionen Franken, davon übernimmt der Bund 80 Prozent. Der Kanton Bern steuert 17 Prozent (10.6 Millionen Franken) der Mittel bei.

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