25.07.2014 10:51
Quelle: schweizerbauer.ch - Carole Locher
Zürich
Altertümliche Weizenernte vor den Toren Zürichs
Arbeiten wie vor rund 50 Jahren: Die Bevölkerung half mit, auf einem Getreidefeld Puppen auszustellen.

Ein paar Bonstetter Bauern boten der Bevölkerung dieses Jahr ein besonderes Spektakel: Mit einem restaurierten Bindemäher wurde eine Jucharte Weizen wie vor 50 Jahren gemäht. Schon der Probelauf am Vortag stellte die passionierten Maschinisten Ruedi Wegmann und Marcel Kaiser vor grosse Probleme: Die Garben waren zu locker gebunden. Nach Diskussionen wurde schliesslich die Klemme für die Sisalschnur stärker angezogen, so dass sie straffer wurde.

Etwas einfacher war das Verstellen der Höhe der Schnur. Das war noch bekannt von früher, schliesslich wurden Gerstengarben auf einer anderen Höhe gebunden als Roggen, so dass man häufig umstellen musste. Am vergangenen Mittwoch, galt es dann ernst. Der Bindemäher musste funktionieren! Und das tat er auch bestens, bis auf einen kurzen Unterbruch beim Wechseln der Schnur lief zum Erstaunen aller die ganze Mahd wie am Schnürchen.

Mittels eines Zeitungsartikels war die Dorfbevölkerung eingeladen worden, beim Aufstellen der Puppen mitzuhelfen. Und sie kamen in Scharen. Anfangs noch etwas zaghaft, halfen vor allem gestandene Semester tatkräftig mit. Die Puppenreihe wurde schnell länger und länger. Und so entstand eine fast etwas kulissenhaft anmutende Landschaft in unmittelbarer Nähe der Agglomerationssiedlungen. 

Nach getaner Arbeit setzte man sich noch zu einem Becher Most zusammen. Bei dieser Gelegenheit erzählt eine ältere Frau: «Bei uns zu Hause hiess es immer: Bevor das Getreide nicht in Puppen steht, geht am 1. August niemand zum Tanz!»

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