12.08.2017 10:57
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Eier-Skandal
Zweifel bei Eier-Produkten
Die Schweizer Grossverteiler haben Eier im Zusammenhang mit möglichen Belastungen durch das Insektizid Fipronil aus den Regalen genommen. Zweifel bleiben jedoch bezüglich verarbeiteten Produkten bestehen. Die Westschweizer Konsumentenschutzorganisation FRC ist entsprechend besorgt.

Beim Grossverteiler Migros seien «geringste Werte» von Fipronil in Frischeiern der M-Budget-Linie gefunden worden, die aus dem Verkauf zurückgezogen wurden«, sagte der Sprecher Tristan Cerf am Freitag der Nachrichtenagentur sda.

95 Prozent aus der Schweiz


»Wir können nicht ausschliessen, dass verarbeitete Produkte ebenfalls Fipronil enthalten, bisher haben aber weder wir noch unsere Lieferanten entsprechende Belastungen gefunden.« Bei Coop stammen die Eier wie bei Migros zu 95 Prozent aus der Schweiz und sind nicht von Fipronil-Belastungen betroffen, wie der Grossverteiler betont.

Dennoch sind nach Angaben des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) Untersuchungen im Gang, um festzustellen, ob Schweizer Eier von diesem Problem betroffen sind. Fipronil sei in der Schweiz für den entsprechenden Einsatz verboten. Keine Anzeichen gibt es laut BLV derzeit, dass Pouletfleisch mit Fipronil verseucht ist.

»Vorsorglich« zurückgezogen

Die Importeier, die bei Coop unter der Marke Prix-Garantie angeboten werden, seien nach bisherigem Wissensstand ebenfalls nicht betroffen gewesen, teilte ein Coop-Sprecher aus Anfrage mit. Diese Eier seien trotzdem vorsorglich zurückgezogen worden. Die inzwischen erhaltenen neuen Eier Prix-Garantie stammten von Hühnerfarmen, die mit einem negativen Resultat auf Fipronil getestet worden seien. Verarbeitete Produkte seien nach »bisherigem Wissenstand« nicht von der Belastung betroffen.

Bei Aldi war kein Fipronil in Frischeiern gefunden worden, dennoch wurden Importeier aus Europa vorsorglich aus den Regalen genommen. Zu den verarbeiteten Produkten konnte der Verteiler noch keine Angaben machen, Abklärungen mit Lieferanten seien noch im Gang, hiess es. Das BLV hatte am Montag mitgeteilt, dass Fipronil auch in verarbeitete Produkte - zum Beispiel in Eierteigwaren - gelangt sein könnte. Der Gehalt wäre aber sehr viel geringer als in den Eiern selbst. Solche Produkte gefährdeten die Gesundheit deshalb nicht.

Sicherheit ist vorrangig

Dennoch wollten die Konsumentinnen und Konsumenten wissen, was sie essen und wünschten keine Schadstoffe in ihren Lebensmitteln, sagte Barbara Pfenninger von der FRC. Dieser Vorfall zeige, dass es bei Lebensmittelrohstoffen tierischen Ursprungs Risiken von Betrug gebe. Der Skandal lasse bei den Konsumenten ein gewisses Misstrauen gegenüber dem Inhalt ihrer Lebensmittel aufkommen. Die Lebensmittelsicherheit müsse Vorrang haben.

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