10.08.2015 09:46
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Zucker
Zuckerpreise im Keller
Die Zuckerpreise an den internationalen Warenterminmärkten stehen weiter unter Druck. In der vergangenen Woche fiel die Notierung für den Rohzuckerfuture mit Fälligkeit im Oktober an der New Yorker ICE unter die Marke von 11,00 cts/lb (252 Fr./t) und schwächte sich bis Freitagmittag weiter auf 10,75 cts/lb (247 Fr./t) ab.

Das war der tiefste Stand seit mehr als sechseinhalb Jahren. Im August 2012 liess sich für den weissen Rohstoff noch rund das Doppelte erlösen. Auch die Notierungen für Weißzucker an der Londoner Liffe sind am Boden. Mitte Juni 2015 wurde dort mit 344,2 USD/t (337 Fr.) ein neues Fünfjahrestief erreicht. Am vergangenen Freitag gegen 14.00 Uhr wurde der Oktoberkontraktmit 347 USD/t (340 Euro) kaum höher abgerechnet.

Für den jüngsten Notierungsabschwung machen Marktanalysten neben dem Überangebot am globalen Zuckermarkt vor allem den schwachen brasilianischen Real verantwortlich. DieWährung des weltweit grössten Zuckerproduzenten hat seit Mitte Juli gegenüber dem US-Dollar um mehr als 9% abgewertet und damit die Zuckernotierungen weiter nach unten gedrückt.

Zum anderen habe die globale Produktion in den vergangenen fünf Jahren über dem Verbrauch gelegen und die Lagerbestände auf Rekordhöhe anwachsen lassen, so die Experten. Erst kürzlich hatte die Rabobank in einer Marktstudie weiter sinkende Zuckerpreise für wahrscheinlich gehalten und dies unter anderem mit den guten Ernteergebnissen in Thailand und Indien, dem zweitgrössten Zuckerproduzent nach Brasilien, begründet. Der indische Zuckerindustrieverband (ISMA) schätzte die Zuckerproduktion 2014/15 im eigenen Land zuletzt auf 28,3 Mio t. Das wären 1,8 Mio t mehr als Ende April erwartet worden waren.

Das US-Landwirtschaftsministerium prognostizierte im Mai für den Subkontinent gar einen Produktionsanstieg gegenüber 2013/14 von fast 11% auf 29,5 Mio. t. Die thailändischen Exporteure sollen laut Medienberichten noch auf 5 Mio. t unverkauftem Zucker sitzen. Derweil kommt die Zuckerrohrernte in Brasilien dortigen Marktbeobachtern zufolge gut voran. Deshalb erwartet die Rabobank für das dritte Quartal des laufenden Jahres
ein zunehmendesAngebot bei gleichzeitig kleiner Nachfrage am Weltmarkt und einem damit weiterhin anhaltenden Preisdruck.

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